Viveka Chudamani – Vers 120

Deutsche Übersetzung:

120. Die unmanifeste Hülle des Selbst wird Kausalkörper (karana sharira) genannt. Er besteht aus der Kombination der drei gunas. Er ist in dem Tiefschlaf erfahrbar, weil da die Tätigkeit aller zehn Sinne (indriyas) und des Verstandes (buddhi) ruht.

Sanskrit Text:

avyaktam etat tri-guṇair niruktaṃ
tat kāraṇaṃ nāma śarīram ātmanaḥ |
suṣuptir etasya vibhaktyavasthā
pralīna-sarvendriya-buddhi-vṛttiḥ || 120 ||

अव्यक्तमेतत्त्रिगुणैर्निरुक्तं
तत्कारणं नाम शरीरमात्मनः |
सुषुप्तिरेतस्य विभक्त्यवस्था
प्रलीनसर्वेन्द्रियबुद्धिवृत्तिः || १२० ||

avyaktam etat tri-gunair niruktam
tat karanam nama shariram atmanah |
sushuptir etasya vibhaktyavastha
pralina-sarvendriya-buddhi-vrittih || 120 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • avyaktam : Unmanifeste (Avyakta)
  • etat : das (Etad)
  • tri-guṇaiḥ : (das) durch (seine) drei Eigenschaften (Triguna)
  • niruktam : erklärt wurde („hergeleitet“, Nirukta)
  • tat : der (Tad)
  • kāraṇam : kausale (Karana)
  • nāma : heißt („namens“, Naman)
  • śarīram : Körper (Sharira)
  • ātmanaḥ : des Selbst (Atman)
  • suṣuptiḥ : der Tiefschlaf (Sushupti)
  • etasya : dieses (Kausalkörers, Etad)
  • vibhakty-avasthā : (ist) ein spezifischer („gesonderter“, Vibhakti) Zustand (Avastha)
  • pralīna-sarvendriya-buddhi-vṛttiḥ : in dem die Funktionen (Vritti) aller (Sarva) Sinne (Indriya) und des Verstandes (Buddhi) verschwunden („aufgelöst“, Pralina) sind     || 120 ||

Kommentar

Die unmanifeste Hülle des Selbst wird Kausalkörper, karana sharira genannt. Er besteht aus der Kombination der drei gunas. Er ist in dem Tiefschlaf erfahrbar, weil dort die Tätigkeit aller zehn Sinne und des Verstandes ruht. Es gibt drei shariras von den Shankaracharya spricht. Er hatte am Anfang als er über die Unterscheidung zwischen des Selbst und Nicht-Selbst, atman und atman viveka, erst einmal gesagt dort ist der Körper, physischer Körper, sthula sharira, grobstofflicher Körper. Dieser hat die fünf grobstofflichen Elemente. Festes, flüssiges, gasförmiges, Temperatur, und elektromagnetisches Spektrum / akasha. Du bist nicht der Körper. Dann hat er vom Astralkörper gesprochen. Auch dort gibt es die fünf Elemente, dort gibt es die drei gunas, prana, Lebensenergie, indriyas, Handlungswünsche und auch die sinnliche Erfahrung der Welt. Dort gibt es den menschlichen Geist. Die vier Teile des menschlichen Geistes. Das ist der Astralkörper. Der Astralköper erfahrbar durch die drei gunas. Insbesondere im Gemüt gibt es sattva, rajas und tamas. Du bist es nicht. Trotzdem mache dein Leben sattviger. Dann wirst du eher brahman, das Selbst erfahren.

Er geht weiter zum Kausalkörper, karana sharira. Der Kausalkörper besteht aus den drei gunas. Obgleich der Kausalkörper sehr sattvig ist und deshalb in tiefer Meditation im samprajnata, auch savikalpa samadhi genannt. Dort ruhst du im Kausalkörper, anandamaya kosha, die Hülle aus ananda, Freude. Im Kausalkörper sind die Karmas. Obgleich an einer anderen Stelle gesagt worden ist, dass die Karmas im Astralkörper sind. Womit er auch ausdrückt. So wichtig und erheblich ist es nicht, wo wir die Karmas ansiedeln. Jedenfalls ist im Kausalkörper ist die Grundlage der Unwissenheit oder auch im Astralkörper.

Im Kausalkörper ist in jedem Fall die Intuition, Freude in tiefer Meditation, die noch nicht zur reinen Wahrnehmung des Selbst führt. Im Kausalkörper bist du im Tiefschlaf. Letztlich kann es kein Mensch aushalten den ganzen Tag zu denken er sei der Körper. Den ganzen Tag denkst du du währst der Mensch der Rollen erfüllen muss, Aufgaben zu erfüllen hat, sich um sein Glück kümmern muss. Du würdest verrückt werden.

Jeden Tag verlässt du die Identifikation mit diesem Körper und dieser Rolle. Im Traumzustand schaffst du dir neue Rollen. Jede Nacht träumt der Mensch mehrmals. Du hast mehrere Rollen. Du kannst zum einen Inhalte aus deinem Wachbewusstsein reflektieren, du kannst sie integrieren, erleben, durchspielen. Du kannst auch jemand ganz anderes sein. Du könntest dir vorstellen, du wärst ein Prinz, Prinzessin du kannst dir vorstellen du bist ein Tier oder etwas ganz anderes. Jede Nacht, andere Identifikation. Dort bist du in deinem Astralkörper und kannst dir unabhängig vom physischen Körper alle möglichen Rollen einfallen lassen. Dann gibt es den Kausalkörper. Im Kausalköper bist du im Tiefschlaf. Keine Rolle nötig. Keine Identifikation. Nichts zu tun, nichts zu erfahren. Du erfährst die Wonne des Selbst. Deshalb sagt er hier: Dort ruhen alle zehn indriyas. Du siehst nichts, hörst nichts, schmeckst nichts, du tust nichts, kommunizierst nicht. All das ruht. Auch der Verstand ruht, buddhi. Du denkst nicht nach, überlegst nicht, entscheidest nichts, du bist einfach nur da. Daher zeigt Tiefschlaf, dass du nicht abhängig bist von Körper und Persönlichkeit. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman. Denke einen Moment nach über diese drei Zustände. Sei dir bewusst, was du jetzt im Wachzustand erlebst. Im Traum existiert das nicht. So wie das was du im Traum erfährst, verschwindet in dem Moment wenn du aufwachst, ist das was du im Wachbewusstsein erfährst verschwunden was du träumst. Traum- und Wachbewusstsein verschwinden beide im Tiefschlaf. Du bist das Selbst. Das gleichbleibt im Wachzustand, Traum und Tiefschlaf. Deshalb unabhängig von physischer Welt und physischer Körper unabhängig von der Persönlichkeit. Reines Bewusstsein.

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