Viveka Chudamani – Vers 116

Deutsche Übersetzung:

116. Unwissenheit, Trägheit, Gleichgültigkeit, Schläfrigkeit, Nachlässigkeit, Dummheit sind die Eigenschaften von tamas. Wer von diesen beherrscht wird, begreift/versteht nichts. Er ist wie im Schlaf, wie ein Stück Holz.

Sanskrit Text:

ajñānam ālasya-jaḍatva-nidrā-
pramāda-mūḍhatva-mukhās tamo-guṇāḥ |
etaiḥ prayukto nahi vetti kiñcin
nidrāluvat stambhavad eva tiṣṭhati || 116 ||

अज्ञानमालस्यजडत्वनिद्रा-
प्रमादमूढत्वमुखास्तमोगुणाः |
एतैः प्रयुक्तो नहि वेत्ति किञ्चि-
न्निद्रालुवत्स्तम्भवदेव तिष्ठति || ११६ ||

ajnanam alasya-jadatva-nidra-
pramada-mudhatva-mukhas tamo-gunah |
etaih prayukto nahi vetti kinchin
nidraluvat stambhavad eva tishthati || 116 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • ajñānam : Unwissenheit (Ajnana)
  • ālasya-jaḍatva-nidrā-pramāda-mūḍhatva-mukhāḥ : Trägheit (Alasya), Apathie (Jadatva), Schläfrigkeit („Schlaf“, Nidra), Nachlässigkeit (Pramada), Dummheit (Mudhatva) usw. („zum Anfang habend“, Mukha)
  • tamo-guṇāḥ : (sind) die Eigenschaften (Guna) der Trägheit („Finsternis“, Tamas)
  • etaiḥ : an diese (Etad)
  • prayuktaḥ : einer, der gebunden („angeschirrt“, Prayukta) ist
  • nahi : nicht (Nahi)
  • vetti : erkennt (vid)
  • kiñ-cit : irgend etwas (Kinchid)
  • nidrālu-vat : wie (Vat) ein Schlafender („ein Schläfriger“, Nidralu)
  • stambha-vat : (oder) wie ein Pfosten (Stambha)
  • eva : genau (Eva)
  • tiṣṭhati : (sondern) bleibt (sthā )     || 116 ||

Kommentar

Unwissenheit, Trägheit, Schläfrigkeit, Nachlässigkeit, Dummheit sind die Eigenschaften von tamas. Wer von diesen beherrscht wird, begreift und versteht nichts. Er ist wie im Schlaf, wie ein Stück Holz. Vorher hat Shankaracharya mehr davon gesprochen, tamas schafft diese Illusion der Welt, wie ein Schleier. Auch zu Täuschung und Unwissenheit. Lass dich nicht beherrschen von Trägheit. Nimm dir vor zu meditieren und meditiere. Nimm dir vor die Schriften zu studieren und studiere sie. Nimm dir vor uneigennützig zu dienen und diene uneigennützig. Lass dich nicht von Trägheit übermannen. Wenn du merkst, ich habe gar keine Lust, ich bin zu müde. Gib dir einen Tritt in den Hintern. Und los geht’s. Ein bisschen rajas hilft tamas zu überwinden. Du kannst dich auch einfach nicht identifizieren. In dem du ausreichend Asana und Pranayama praktizierst, erhöhst du sattva, reduzierst du tamas. In dem du eine sattvige Ernährung praktizierst. Kein Fleisch, Fisch, Alkohol, Drogen, Zigaretten. Damit machst du einiges, dass du nicht tamasig bist. Sattvige Ernährung ist wichtig. Oder gehe eine Weile in ein Ashram. Alles was auf sattva ausgerichtet ist, hilft dir tamas loszuwerden. Wenn du müde, träge, melancholisch, traurig bist, wie kommst du da raus? Geh zu anderen die sattvig sind. Geh in eine Yogastunde, in einen Ashram. Nutze die Kraft von Räumen und dann lass dich durch Yoga in sattva führen. Wenn du müde bist, überlege warum? Stattdessen merke: Aha, da ist tamasiger Gemütszustand. Wie komme ich da raus? Asana, Pranayama, Meditation, in einen Ashram gehen. Nicht in das Selbstmitleid, Opferrolle hineingehen. Nicht denken ich bin im Burnout. Sondern: Gemütszustand im tamas. Nicht so tragisch. Da komm ich raus. Mach ich. Los geht’s.

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