Viveka Chudamani – Vers 103

Deutsche Übersetzung:

103. Antahkarana/ das innere Instrument/ die Psyche drückt sich in den Sinnesorganen, wie z.B. in den Augen aus. Mit ihnen sich als ICH identifizierend existiert es im Körper als Reflexion des Selbst (atman).

Sanskrit Text:

antaḥ-karaṇam eteṣu cakṣur-ādiṣu varṣmaṇi |
aham ity abhimānena tiṣṭhaty ābhāsa-tejasā || 103 ||

अन्तःकरणमेतेषु चक्षुरादिषु वर्ष्मणि |
अहमित्यभिमानेन तिष्ठत्याभासतेजसा || १०३ ||

antah-karanam eteshu chakshur-adishu varshmani |
aham ity abhimanena tishthaty abhasa-tejasa || 103 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • antaḥ-karaṇam : der Verstand („das innere Instrument“, Antahkarana)
  • eteṣu : in diesen (Sinnesorganen, Etad)
  • cakṣur-ādiṣu : im Auge (Chakshus) usw. (Adi)
  • varṣmaṇi : im (grobstofflichen) Körper (Varshman)
  • aham : Ich (Aham)
  • iti : als („so“, Iti)
  • abhimānena : durch Identifikation („Selbstgefühl“, Abhimana)
  • tiṣṭhati : befindet sich (sthā)
  • ābhāsa-tejasā : durch den Glanz (Tejas) einer Reflexion (des Selbst, Abhasa)     || 103 ||

Kommentar

Das innere Instrument, antaḥkaraṇa drückt sich in den Sinnesorganen wie zum Beispiel cakśhu, in den Augen aus, im grobstofflichen Körper varśhmaṇi . Mit ihnen sich als Ich identifizierend, existiert es im Körper als Reflexion des Selbst, atman. Ity aham, so kommt das Gefühl: Ich bin. Abhimānena, Selbstgefühl, Identifikation. Tiśhṭhaty, all das befindet sich ābhāsatejas, durch den Glanz einer Reflexion des Selbst. Woher kommt die Psyche? Das ist eines der größten Rätsel. Du bist das unsterbliche Selbst. Du hast einen Körper. Es gibt das Bewusstsein. Das Bewusstsein hat das innere Instrument, das ist die Psyche. Die Psyche bekommt ihre Eindrücke aus der physischen Welt. Die Psyche hat die fünf Sinne und formt dadurch die Wahrnehmung der Welt. Die Welt ist nicht bestehend aus diesen fünf Sinnen. Sondern die Welt ist vom physikalischen Standpunkt aus nur Schwingung. Ein bestimmtes Spektrum wird als elektromagnetisches Spektrum in Farben interpretiert. Ein gewisses Spektrum von Luft wird als Klänge interpretiert. Gewisse Moleküle in der Nase werden als Geruch identifiziert. Bestimmte Schwingungen auf dem Mund werden als Geschmack interpretiert. Bestimmte Temperatur wird auf der Haut als Kälte oder Wärme interpretiert. Die Psyche schafft über die Sinne ein Konzept vom Universum. Die Psyche selbst hat aber keine eigene Energie. Angenommen dein Bewusstsein ist nicht da. Dann gibt es auch keine Psyche. Du brauchst Bewusstsein. Nur wenn du Bewusstsein hast, kann die Psyche irgendetwas tun. Daher ist es die Psyche, die alles wahrnimmt. Nicht du nimmst alles wahr. Du nimmst es durch die Psyche wahr. Manchmal wird auch gesagt. Die Psyche ist wie ein Filter oder wie ein Schleier, es färbt das Ganze. Die Psyche ist auch wie ein Prisma. Das Selbst scheint jetzt Gedanken zu haben, Gefühle zu haben, Emotionen zu haben. Das Selbst wirkt also durch die Psyche. Die Psyche hat kein Dasein ohne das Selbst. Die Psyche braucht aber auch die physische Welt. So ist die Psyche irgendwo ein Mittelding. Das Selbst nimmt die Welt war, nur über die Psyche. Aber das Selbst ist nicht die Psyche. Die Psyche kann ohne das Selbst gar nichts machen. Es ist etwas komplexer und komplizierter. Du kannst ein bisschen darüber nachdenken. Wer bin ich? Was ist die Welt?

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