Kapitel 4, Vers 33

Deutsche Übersetzung:

Kommt der ständige Wechsel der entsprechenden Augenblicke zum Ende, wird ihre Aufeinanderfolge wahrnehmbar.

Sanskrit Text:

kṣaṇa-pratiyogī pariṇāma-aparānta nirgrāhyaḥ kramaḥ ||33||

क्षणप्रतियोगी परिणामापरान्त निर्ग्राह्यः क्रमः ॥३३॥

kshana pratiyogi parinama aparanta nirgrahyah kramah ||33||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • kṣaṇa = Augenblick, Moment
  • pratiyogī = zusammenhängend
  • pariṇāma = Wechsel, Wandel, Veränderung
  • aparānta = Ende, Tod
  • nirgrāhyaḥ = wahrnehmbar, ersichtlich
  • krama = Abfolge, Wandlung, Vorgang, Aufeinanderfolge

Kommentar

Das Leben besteht aus aufeinanderfolgenden Augenblicken. Es erscheint so, als hätten diese alle etwas miteinander zu tun, aber eigentlich läuft nur ein Film ab. Einige Verse weiter oben hat Patanjali uns ja schon die Illusion von einem freien Willen geraubt, indem er gesagt hat: Es existiert schon alles, und wir gehen einfach irgendwie hindurch. Wenn wir ins Kino gehen, können wir uns entscheiden, welchen Film wir anschauen. Im Film entwickelt sich die Handlung schrittweise, so, als entstünde sie gerade eben. Alles verläuft meist sehr dramatisch, man bangt mit dem Helden und der Heldin, freut sich über das Happy End oder ist traurig, wenn es ausbleibt. Aber es ist alles vorher schon auf einem Zelluloidstreifen aufgezeichnet. So ist es mit dieser Welt.

Letzter Vers:

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