Kapitel 4, Vers 27

Deutsche Übersetzung:

Andere Gedanken, die als Unterbrechung (der Unterscheidungskraft) aufsteigen, kommen von den früheren Neigungen.

Sanskrit Text:

tac-chidreṣu pratyaya-antarāṇi saṁskārebhyaḥ ||27||

तच्छिद्रेषु प्रत्ययान्तराणि संस्कारेभ्यः ॥२७॥

tach chhidreshu pratyaya antarani sanskarebhyah ||27||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tat = diese
  • cidrreṣu = Unterbrechung, Bruch, grundlegende Veränderung
  • pratyaya = Bewusstseinsinhalt, Gedanke, Eindrücke
  • antaraṇi = andere, verschiedene
  • saṁskārebhyaḥ = aus Saṁskāra, Vorprägungen, Neigungen

Kommentar

Deshalb geht es auf dem spirituellen Weg nicht so schnell. Wir können einen Augenblick lang eine wunderschöne Einsicht haben und wirklich erkannt haben: Ja, ich bin das unerschütterliche, unvergängliche Selbst, ich bin nicht der Geist. Und kurz danach identifizieren wir uns wieder mit unseren Gedanken und unserem Selbstbild und all dem. Das merkt man besonders an der eigenen Reaktion, wenn einen jemand kritisiert oder etwas schiefgeht oder man meint, man müßte etwas anderes tun als das, was jetzt gerade von einem verlangt wird. Dann merkt man, daß man sich wieder identifiziert

Diese Identifikation kommt von den vergangenen samskaras aus früheren Leben. Samskara für samskara muß ersetzt werden, wie im Beispiel von dem Baumwolltuch, das wir in ein goldenes Tuch umwandeln können, indem wir Faden für Faden auswechseln. Deshalb dauert es so lange, bis man die Selbstverwirklichung erreicht.

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