Kapitel 4, Vers 25

Deutsche Übersetzung:

Wer diesen Unterschied (zwischen Selbst und Geist) erkennt, hört auf, den Geist als atma zu sehen.

Sanskrit Text:

viśeṣa-darśinaḥ ātmabhāva-bhāvanā-nivṛttiḥ ||25||

विशेषदर्शिनः आत्मभावभावनानिवृत्तिः ॥२५॥

vishesha darshinah atmabhava bhavana nivrittih ||25||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • viśeṣa = Einzigartigkeit, Unterschied, Besonders
  • darśinaḥ = für / von dem, der sieht
  • ātma = das wahre Selbst
  • bhāva = Ziel
  • ātma-bhāva = Selbstverwirklichung, Selbsterkenntnis
  • bhāvanā = Zielstrebigkeit, fixe Idee, Wunsch
  • nivṛttiḥ = völliges, komplettes Aufhören des Gedanken, der Trübung, Vorurteil, Gedankenwelle

Kommentar

Viele Menschen denken: Ich bin der Geist, ich bin die Emotionen, ich bin die Gefühle. Die Vorstellung, daß wir etwas anderes sein könnten als die Gefühle und die Wahrnehmungen auf physischer Ebene, ist Menschen völlig fremd. Und selbst für spirituelle Aspiranten, die wiederholen: „Aham brahma asmi“ ist das „Ich bin Brahman“ nicht mehr sehr aktuell, sobald irgendwelche Emotionen kommen, vor allem bei negativen oder belastenden Emotionen. Aber wenn wir anfangen, diesen Unterschied zwischen Geist und Selbst zu sehen und auch zu spüren, dann mögen zwar immer noch Emotionen da sein, aber wir sind nicht mehr so stark davon beeindruckt und beeinflußt. Wir wissen: Das Selbst ist nicht identisch damit.

Eine andere Übersetzungsmöglichkeit wäre:

Wer diese einzigartige Schau besitzt, kommt zur Selbsterkenntnis und zur Ruhe des Geistes.

Aus der Wahrnehmung desjenigen, das hinter allen vielfältigen Gedanken stets ruhig bleibt, kommt die Selbstverwirklichung. Die Gedanken im Geist kommen von selbst zur Ruhe.

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