Kapitel 4, Vers 20

Deutsche Übersetzung:

Der Geist kann nicht zwei Dinge auf einmal wahrnehmen.

Sanskrit Text:

eka samaye c-obhaya-an-avadhāraṇam ||20||

एक समये चोभयानवधारणम् ॥२०॥

eka samaye ch obhaya an avadharanam ||20||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • eka = ein
  • samaye = Situation, Augenblick
  • eka-samaye = gleichzeitig
  • ca = und
  • ubhaya = beide
  • an = nicht
  • avadhāraṇaṁ = ergreifen, erfassen, begreifen, ausfüllen

Kommentar

Der bewußte Geist nimmt eine Sache nach der anderen wahr. Das geschieht zwar so schnell hintereinander, daß man den Eindruck hat, man mache bzw. denke mehrere Dinge gleichzeitig. Zum Beispiel, wenn man in der Meditation sitzt, sein mantra wiederholt und in Gedanken Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft plant. Das scheint alles gleichzeitig abzulaufen, tut es aber nicht. Es ist mal das eine, mal das andere in sehr schneller Abfolge. Der Geist springt.

Eine andere Interpretation des gleichen Verses:

Das Bewußtsein kann nicht beides (sich selbst und die Welt) zugleich wahrnehmen.

Entweder wir sehen die Welt oder das Bewußtsein. Beides zur gleichen Zeit geht nicht.

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