Kapitel 3, Vers 4

Deutsche Übersetzung:

Diese drei (dharana, dhyana und samadhi) zusammen bilden samyama.

Sanskrit Text:

trayam-ekatra saṁyamaḥ ||4||

त्रयमेकत्र संयमः ॥४॥

trayam ekatra sanyamah ||4||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • traya = die drei, die Triade
  • eka = eins
  • ekatra = vereint, gemeinsam, zusammen, an einem Ort
  • saṁyama = Selbstbeherrschung

Kommentar

Wenn dharana, dhyana und samadhi aufeinander folgen, ist es samyama. Man kann samyama auch definieren als eine bestimmte Form der Konzentration, die, wenn wir sie perfektionieren, zu samadhi führt.

Samyama heißt die Konzentration auf eine Sache, ohne darüber nachzudenken, ohne darauf zu reagieren, ohne zu beurteilen und ohne zu analysieren.

Normales dharana wäre durchaus auch, den Gegenstand anzuschauen und zu beurteilen, zum Beispiel eine Uhr anzuschauen, festzustellen: Sie ist schwarz oder grün, sie ist schön, die Zifferblätter leuchten, das Band ist aus Plastik oder Leder u.s.w.

Die samyama-Konzentration bemüht sich, die Uhr einfach wahrzunehmen, zu erfassen, zu spüren, zu fühlen. Natürlich sieht man sie auch, man kann am Anfang auch noch das Wort „Uhr“ wiederholen, aber man hält einfach die volle Konzentration bei der Uhr und bei nichts anderem. Und zwar ohne zu beurteilen: Das ist eine schöne Uhr. Das ist eine häßliche Uhr. Das ist meine Uhr. Ohne zu reagieren: Oh, der Sekundenzeiger geht nicht, da muß ich etwas daran machen. Oh, es ist schon zehn Uhr. Wir reagieren nicht, wir analysieren nicht, wir urteilen nicht, wir beurteilen nicht, sondern wir gehen einfach in die Uhr hinein. Das ist eine Übung von samyama, eine spezifische Form von dharana, die irgendwann zu dhyana und schließlich zu samadhi führt.

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