Kapitel 2, Vers 44

Deutsche Übersetzung:

Swadhyaya (Selbststudium) führt zur Verbindung zum persönlichen Gott.

Sanskrit Text:

svādhyāyād-iṣṭa-devatā saṁprayogaḥ ||44||

स्वाध्यायादिष्टदेवता संप्रयोगः ॥४४॥

svadhyayad ishta devata sanprayogah ||44||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • svādhyāya = Selbststudium, Lernen von sich selbst
  • iṣṭa = geliebt, gesucht
  • devatā = Gottheit, persönlicher Gott, Ideal
  • saṁprayoga = Vereinigung, Verbindung

Kommentar

Das ist zunächst einmal eine überraschende Aussage: Über swadhyaya bekommen wir Zugang zu unserer persönlichen Gottheit. Im weiteren Sinne ist swadhyaya zu verstehen als Studium der Schriften und Studium des Selbst. Hier bedeutet swadhyaya Selbstbefragung und ist der Versuch, immer mehr nach innen zu kommen, weniger zu analysieren, was meine Fehler sind als vielmehr, wer ich selbst bin. Das bringt uns in Kontakt mit Gott, mit unserem ishta devata, unserer Vorstellung von Gott – und zwar noch bevor wir Verbindung zu atman oder purusha, dem höheren Selbst, bekommen. Auf einer gewissen Stufe der inneren Erkenntnis und inneren Verwirklichung entsteht so eine Verbindung zu einem persönlichen Aspekt Gottes.

Zum anderen erhebt natürlich auch das Studium der Schriften den Geist und hilft, Kontakt zu Gott zu bekommen, so daß wir uns Gott besser hingeben können. Und da die Heiligen Schriften der verschiedenen Religionen (wie Bibel, Koran, Veden, etc.) von Gott selbst offenbart wurden, verbindet man sich über das Studium dieser Schriften mit Gott, und zwar mit dem persönlichen Aspekt Gottes. Denn nur der persönliche Aspekt kann etwas offenbaren.

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