Kapitel 2, Vers 16

Deutsche Übersetzung:

Künftiges Leid sollte vermieden werden.

Sanskrit Text:

heyaṁ duḥkham-anāgatam ||16||

हेयं दुःखमनागतम् ॥१६॥

heyam duhkham anagatam ||16||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • heya = zu vermeiden
  • duḥkha = Leid, Elend, Schmerz
  • anāgata = künftig, noch nicht eingetreten, Zukünftiges

Kommentar

Das klingt banal. Aber wie oft wissen wir ganz genau: Wenn ich so weitermache, führt das zu Leid. Und trotzdem können wir es nicht lassen. Diesen Vers kann man wie ein mantra oder einen Schlachtruf wiederholen: „Heyam duhkham anâgatam“. Wir müssen uns aufmerksam beobachten: Wo ist Leid dabei, sich zu manifestieren, und wo oder wie können wir es vermeiden, sowohl für uns selbst als auch für andere? Wenn wir dabei sind, eine Dummheit zu begehen, zu faul sind, etwas zu verändern, oder zu schüchtern, um Rat zu bitten, wenn wir nicht stark genug sind, einer Sucht zu widerstehen oder etwas Edles zu tun, dann wiederholen wir: „Heyam duhkham anâgatam“, „Leid, das sich noch nicht manifestiert hat, sollte vermieden werden“.

Das ist eine gute Ergänzung zu ishvara pranidhana, Loslassen, Vertrauen zu Gott, alles ist in Ordnung, wie es ist, und zu tapas, Askese, bewußt auch einmal Dinge tun, die der Geist nicht mag, um innere Stärke zu bekommen.

Patanjali hat vorher schon über karma und kleshas gesprochen. Im folgenden Vers macht er es noch klarer:

Audio

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