Kapitel 1, Vers 4

Deutsche Übersetzung:

In allen anderen Zuständen (als nirodha), identifiziert sich der Wahrnehmende mit seinen Gedanken.

Sanskrit Text:

vṛtti sārūpyam-itaratra||4||

वृत्ति सारूप्यमितरत्र ॥४॥

vritti sarupyam itaratra ||4||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • vṛtti = Wellen, Veränderungen, Gedankenwelle, Trübungen
  • sā = ähnlich
  • rūpyam = Form
  • sārūpyam = ähnliche Form
  • itara = anders, verschieden
  • itaratra = in anderen Zuständen, ansonsten

 

Kommentar

In allen anderen Gemütszuständen außer nirodha identifiziert sich der Wahrnehmende mit seinen vrittis (Gedanken). Je mehr man sich mit den Gedanken identifiziert, um so stärker werden sie. Wenn man sich weniger auf die Gedanken einläßt, verschwinden sie auch leichter wieder. Wenn ein Gedanke kommt und man wenig mit ihm anfangen kann, dann ist er schnell wieder weg. Wenn aber ein Gedanke auftaucht, mit dem man sich sofort identifiziert, dann wird er sehr stark. Trotzdem sagt Patanjali, eine gewisse Identifikation sei immer da, sowie man anfängt zu denken. Ohne Identifikation gäbe es keine Gedanken und ohne Gedanken keine Identifikation.

Bis jetzt hat Patanjali darüber gesprochen, was Yoga ist und welche Konsequenzen es hat, wenn wir nicht in nirodhah sind. Im folgenden beschreibt er die verschiedenen Formen von vrittis.

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