Kapitel 1, Vers 18

Deutsche Übersetzung:

Asamprajnata samadhi entsteht, wenn durch Übung alle geistigen Inhalte zur Ruhe gebracht wurden und nur unmanifestierte Eindrücke verbleiben.

Sanskrit Text:

virāma-pratyaya-abhyāsa-pūrvaḥ saṁskāra-śeṣo-’nyaḥ ||18||

विरामप्रत्ययाभ्यासपूर्वः संस्कारशेषोऽन्यः ॥१८॥

virama pratyaya abhyasa purvah sanskara shesho ’nyah ||18||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • virāma = ruhen, aufhören, fallen lassen
  • pratyaya = richtige Wahrnehmung, Erkenntnis, Eindruck, Geistesinhalt
  • abhyāsa = Beharrlichkeit, enthusiastische Übung
  • pūrva = das Vorherige, Unmanifestierte, Frühere, Vorangegangene
  • saṁskāra = Prägungen aus der Vergangenheit, auch aus dem Vorleben, unsere Neigungen
  • śeṣa = übrig geblieben, Reste
  • anyaḥ = das andere (die andere Form der Erkenntnis)

 

Kommentar

Asamprajnata samadhi ist die Selbstverwirklichung. Es gibt keinen Gedanken mehr.

Wenn wir das wieder auf die sieben bhumikas beziehen, dann ist der Verwirklichte asamshakti („durch nichts berührt“), ein jivanmukta (ein lebendig Befreiter). In asamshakti erreicht der Mensch asamprajnata samadhi. Am Ende des Lebens, im padarthabhavana-Zustand („sieht Brahman überall“) handelt er fast nicht mehr und in turiya (endgültige Befreiung) hört er ganz damit auf.

Audio

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