Bhakti Sutra 73

narada-bhakti-sutra-73

Deutsche Übersetzung

Weil sie Ihm angehören.

Sanskrit Text

  • yatas tadīyāḥ ।। 73 ।।
  • यतस्तदीयाः ।। ७३ ।।
  • yatas tadiyah || 73 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • yataḥ : denn (Yatas)
  • tadīyāḥ : (sie sind allesamt) die Seinigen (Tadiya)     ।। 73 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Der 73. Vers des Bhakti-Sutra ist sehr kurz: „Weil sie ihm angehören.“ Aber das bezieht sich natürlich auf den vorigen Vers: Bei den Bhaktas, bei den Gottesverehrern, bei den Heiligen gibt es keine Unterschiede auf Grund von Kaste, Bildung, Schönheit der Gestalt, Geburt in einer hohen oder niedrig stehenden Familie, Reichtum oder Beruf oder dergleichen. Warum gibt es keine Unterschiede für einen Bhakta? Weil sie ihm angehören. Man gehört immer etwas an. Du gehörst, vielleicht einer Stadt an. Du fühlst dich dann als Kölner. Du gehörst einem bestimmten Geschlecht an. Du fühlst dich als Frau. Du gehörst vielleicht einem bestimmten Beruf an und fühlst dich dann als Intellektueller oder als Musiker. Du gehörst einer bestimmten Dosha an und sagst, ich bin ein Pitta-Mensch. Du gehörst einer bestimmten Nation an und sagst, ich bin Deutscher. Du gehörst einer bestimmten sozialen Schicht an. Du gehörst einer bestimmten Weltanschauung an. Ich bin ein Lohas, ich bin ein Umweltfreundlicher. Du hast eine bestimmte Kostform. Ich bin ein Veganer usw. Sowie du sagst, ich gehöre dem an, gibt es die Gefahr, dass dann Trennungen da sind. Und so sagt Narada, die Bhaktas sagen einfach, ich gehöre Gott. Ich gehöre zu Gott, ich gehöre Gott. Und da alle Menschen Gott angehören, gibt es keine Unterschiede mehr. Und wenn also deine Hauptidentifikation ist, ich gehöre Gott, dann gibt’s keine Unterschiede mehr. Und so kannst du es einfach sagen, ich gehöre Gott. Punkt. Natürlich wenn du Gott gehörst, willst du auch das tun, was dazu gehört, zu Gott zu gehören. Angenommen, du fühlst dich als ein Adliger, stammst aus einem adligen Hause, heißt von und zu, auf und davon, nein, du bist irgendwie ein Adliger, dann gehört ein bestimmtes Benehmen dazu. Da gehört eine bestimmte Sprechweise vielleicht dazu. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Also in bestimmten Kreisen gibt es bestimmte Sprechweisen, bestimmte Sprachstile, bestimmter Kleidungsstil, bestimmte Gewohnheiten usw. So ähnlich, wenn du zu Gott gehörst, dann gibt es auch eine bestimmte Gewohnheit. Du willst Gott dienen. Du hast eine bestimmte Wahlweise, dich zu tragen und zu sprechen und zu tun usw. Also zu etwas zu gehören heißt dann auch, es drückt sich aus. Es drückt sich aus in der Art wie du sprichst Es drückt sich aus in der Art, wie du dich verhältst. Es drückt sich aus in der Art, wie du mit anderen kommunizierst. Es drückt sich aus, wie du Aufgaben usw. angehst. Also weil Bhaktas Gott angehören, drückt sich das aus in dem was sie denken, fühlen und tun. Du kannst dir selbstbewusst vornehmen, ich gehöre Gott an. Das ist das Wichtigste, das sei meine wichtigste Zugehörigkeit. Alles andere ist nicht so wichtig. Mann, Frau, alt, jung, dick, dünn, reich, arm, usw., alles irrelevant. Relevant ist, ich gehöre Gott an.

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