Bhakti Sutra 7

Narada Bhakti Sutra Vers 7Deutsche Übersetzung

Bhakti kann nicht dazu benutzt werden, irgendeinen Wunsch zu erfüllen, weil mit ihr alle anderen Wünschen aufhören.

Sanskrit Text

  • sā na kāmayamānā nirodharūpatvāt ।। 7 ।।
  • सा न कामयमाना निरोधरूपत्वात् ।। ७ ।।
  • sa na kamayamana nirodharupatvat || 7 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • sā : sie, diese (Tad)
  • na : nicht (Na)
  • kāmayamānā : ist eine, die wünscht, begehrt, verlangt (kam)
  • nirodha-rūpa-tvāt : weil sie ihrer Natur (Rupa) nach Auflösung, Vernichtung, Beherrschung („Einsperrung“, Nirodha) ist || 7 ||

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada wiederholt sich hier in diesen Versen. Er will uns bewusst machen, Bhakti zu erstreben ist das Höchste in sich. Menschen haben oft die Neigungen vieles zu utilarisieren. Das ist einer der Vorwürfe, der manchmal dem Yoga gemacht wird. Man übt Asanas und Pranayama, um Rückenbeschwerden oder stressbedingte Krankheiten loszuwerden. Man meditiert um aus dem Burnout herauszukommen usw. Asana, Pranayama, Meditation als Reparaturbetrieb. Ich meine aber auch, das diese Übungen noch sehr viel tiefere Wirkungen haben.

Aber es ist auch immer wieder wichtig, sich bewusst zu machen, Yoga ist Selbstwert, Wert in sich. Es ist zwar schön, dass auch Bhakti Yoga hilft mit dem Alltag besser zurecht kommen. Ja, und es stimmt tatsächlich, wer Bhakti – Gottesliebe – hat, der kann auch besser mit seinen Mitmenschen zurechtkommen. Er spürt diese Liebe und Verbundenheit. Er hat größere Intuition. Jemand der Bhakti hat, wird auch jemand sein, der im Alltag besser seinen Mann, seine Frau stehen kann, liebevoller, gelassener sein kann. Die Bhakti muss sich auch im Alltag bewähren.

Dennoch, die Bhakti, die Gottesliebe, sollte nicht dazu benutzt werden, andere Wünsche zu befriedigen. Sondern die Bhakti ist Vollkommenheit in sich. Wenn die Bhakti erreicht wurde, diese Gottesliebe, dann hören alle anderen Wünsche auf. Denn alle anderen Wünsche sind dem höchsten Wunsch untergeordnet, dem Wunsch Gott zu erfahren, mit Gott zu verschmelzen, in der unendlichen Gottesliebe zu ruhen.

Es gibt auch in Indien die sogenannte Apara Bhakti, man betet zu Gott, um etwas von Gott zu bekommen. Wenn Du etwas brauchst, kannst Du Gott bitten, oh lieber Gott, gib mir das. Wenn Du ein Fehler gemacht hast, kannst Du sagen, oh Gott, bitte vergib mir diesen Fehler. Wenn Du leidest, kannst Du Gott sagen, oh Gott bitte hilf mir, aus dem Leiden herauszukommen. Wenn Du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, kannst du sagen, oh Gott, sende mir Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie mich leiten. So benutzt Du Bhakti, um andere Wünsche zu erfüllen. Und das ist auch ganz okay.

Aber die höchste Bhakti erfüllt alle Wünsche in sich und ist deshalb nicht anderen Wünschen untergeordnet. Sondern, letztlich kann das ganze Leben der Erfahrung Gottes untergeordnet sein. Was auch immer Du tust, kannst Du unter das Thema stellen, möge ich mit dem, was ich tue, Gott erfahren. Und alles was ich tue, tue ich für die Erfahrung Gottes.

Jetzt spüre selbst einen Moment lang in Dein Herz, fühle Dich verbunden, spüre Gott oder bitte darum Gott zu spüren. Ob Du es Gott nennst oder das Göttliche oder die göttliche Mutter; Narada nennt es ja bisher einfach Tat – Das. Spüre die Liebe, fühle die Verbundenheit. Spüre diese Freude die da heraus rührt.

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