Bhakti Sutra 53

narada-bhakti-sutra-53

Deutsche Übersetzung

Dennoch offenbart sie sich überall dort, wo eine Person die nötige Bereitschaft erworben hat. Diese Bereitschaft wird durch dauernde spirituelle Übung (Sadhana) erlangt.

Sanskrit Text

  • prakāśate kvāpi pātre ।। 53 ।।
  • प्रकाशते क्वापि पात्रे ।। ५३ ।।
  • prakashate kvapi patre || 53 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • prakāśate : sie erscheint, wird offenbar (pra + kāś)
  • kvāpi : sehr selten („manchmal“, Kva Api)
  • pātre : in einer würdigen Person („Gefäß“, Patra)    ।। 53 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada sagt: „Du kannst die Bereitschaft zur Gottesliebe erwerben, aber du kannst sie nicht erzwingen.“ Indem du die Bereitschaft zur Gottesliebe erwirbst, kann sich dann die Gottesliebe offenbaren. Mit anderen Worten: „Die Erfahrung von Gottesliebe ist Gnade.“ Du kannst dir Gottesliebe nicht durch gute Werke verdienen. Du kannst dir die Bereitschaft erwirken. Wenn du die Bereitschaft erwirbst, die Gottesliebe zu empfangen, danach kann die Gottesliebe sich offenbaren. Eine Gotteserfahrung wird immer als Gnade erfahren. Deshalb ist auch immer Demut erforderlich. Narada sagt aber auch, dass die Bereitschaft durch dauernde spirituelle Übung erlangt wird. Also du kannst etwas dafür tun. Alle spirituellen Übungen haben den Sinn, dass du dir die Bereitschaft erwirbst, Gott zu erfahren.

Du übst Asanas. Indem du Asanas übst, entspannst du deinen Körper, du öffnest deine Chakras, du dehnst dein Energiefeld aus. Mit anderen Worten: „Du bereitest dich auf die Gotteserfahrung vor.“ Du übst Pranayama. Mit Pranayama reinigst du deinen Energiekörper. Du öffnest deine Nadis, die Energiekanäle. Du öffnest deine Chakras. Du dehnst deine Aura aus. Du bringst deine Energie in die höheren Chakras. Du wandelst Prana in Ojas um. Mit anderen Worten: „Du erzeugst die Bereitschaft, dass Gott sich in dir offenbaren kann.“ Du meditierst. In der Meditation kommen die verschiedenen Gedanken, Pläne, Emotionen, Vorstellungen und Wünsche hoch. Doch du lässt alles los. Du lässt sie immer wieder los. Irgendwann wird der Geist ruhig. Ist der Geist ruhig, kann sich Gott in dir offenbaren.

Du dienst anderen, du hilfst anderen. Du dienst dem Werk eines Meisters. Du engagierst dich in einem Ashram. Du engagierst dich in sozialen Werken. Du machst Pujas, du machst Homas, du machst Werke der Gottesverehrung. Du gehst in einen Satsang und übst gemeinsam spirituelle Praxis, weil das hilft, das Herz anzusprechen. All das wirkt auf deine Psyche. Und dann kann Gottesliebe sich in dir offenbaren. Sei also regelmäßig in den spirituellen Praktiken. Engagiere dich in Asanas, Pranayama und Meditation. Höhre Mantras oder singe Mantras. Gehe regelmäßig in einen Satsang, zusammen mit anderen Menschen. Komme regelmäßig in einen Ashram. Diene, engagiere dich. So erwirbst du die Bereitschaft, dass Gott sich in dir offenbart.

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