Bhakti Sutra 50

Narada Bhakti Sutra 50

Deutsche Übersetzung

Wahrlich, so ein Mensch überquert diese Maya und hilft anderen, sie zu überqueren.

Sanskrit Text

  • sa tarati sa tarati sa lokāṃs tārayati ।। 50 ।।
  • स तरति स तरति स लोकांस्तारयति ।। ५० ।।
  • sa tarati sa tarati sa lokams tarayati || 50 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • saḥ : derjenige, ein solcher (Mensch, Tad)
  • tarati : überwindet (die Illusion, tṛ)
  • saḥ : derjenige, ein solcher (Mensch)
  • lokāṃs : die Leute, die Menschen (Loka)
  • tārayati : rettet, erlöst („führt hinüber“, tṛ)     ।। 50 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Ich spreche über Bhakti, Hingabe, und spreche jetzt insbesondere über den 50. Vers. Narada hat vorher die vier Arten aufgezählt, wie Menschen die Maya überqueren können. Und er sagt: „So ein Mensch überquert diese Maya und hilft anderen, sie zu überqueren.“ Es ist ein Entschluss, den du fassen musst. Du kannst sagen: „Ja, ich will diese Maya überqueren. Ich will raus aus einem Leben von Verhaftung, von Ichbezogenheit, von Ego. Ich will raus aus einem Leben von Erwartungen, ich will raus aus einem Leben, das abhängig ist von Vergnügen und Angst hat vor Schmerz, das abhängig ist von Lob und Angst hat vor Tadel. Ich will rauskommen aus einem Leben, das immer komplizierter wird. Ich will Gott erfahren. Ich will Gottes Liebe erfahren. Ich will Brahman erfahren. Ich will das erfahren, was ich in Wahrheit bin.“

Und dieses Wollen ist jetzt kein egoistischer Mensch. Eigentlich ist es eine Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dem, was du in Wahrheit bist. Es ist die tiefste innere Sehnsucht. Das gilt es vor Augen zu führen. Nicht umsonst sagt Patanjali im Yogasutra: „Ist der Wunsch nach Befreiung groß, dann kommt die Gottverwirklichung von selbst.“ Und es gibt einen Meister, der in der früheren Zeit immer wieder gesagt hat: „Wenn der Wunsch nach Verwirklichung größer ist als alle anderen Wünsche, dann erreichst du es in diesem Leben. Und so mache dir das immer wieder bewusst. Und dann tue das, was nötig ist. Löse dich von Verhaftungen. Löse dich von eigennützigen Handlungen, löse dich von dem Gefühl vom mein und ich. Widme alles Gott. Strebe danach, Gott zu dienen.

Strebe danach, dem Werk eines Meisters zu dienen. Strebe danach, den Menschen zu dienen. Mache deine spirituelle Praxis. Und wenn du all das machst, dann machst du das nicht nur für dich selbst, du machst es, dass Gott stärker durch dich wirken kann. Die Sehnsucht nach Gottverwirklichung heißt die Sehnsucht, ein Diener Gottes zu werden, ein Sprachrohr Gottes zu werden, ein Kanal Gottes zu werden. So, dass Gott durch dich wirken kann. Dazu erkläre dich bereit. Tue das von ganzem Herzen. Und er sagt dann auch: „Und er hilft anderen, sie zu überqueren.“ Jemand, der die Maja überquert, ist auch jemand, der den höchsten uneigennützigen Dienst tut. Selbst, wenn du nicht viel unterrichtest und stattdessen mehr für dich selbst tust, allein dein Beispiel und deine spirituelle Kraft und die Gottesenergie, die durch dich wirkt, inspiriert viele andere.

Es braucht Menschen, die ernsthaft ihr Streben nach Gottverwirklichung ausrichten. Es braucht Menschen, die konsequent sind auf dem spirituellen Weg. Das normale Leben hat so viele Probleme. Du kannst sie innerhalb des normalen Lebens nicht lösen. Aber alle Probleme sind gelöst, wenn du Gott erfährst.
Daher sagt auch Jesus: „Strebe zuerst nach dem Königreich Gottes. Dann wird dir alles andere von selbst zufallen.“ So mache dir nochmal bewusst, es ist wert, alles zu tun, um Gott zu erfahren. Ich will mein Leben Gott widmen. Ich bitte darum, konsequent sein zu können und ich bitte darum, noch in diesem Leben Gott voll erfahren zu können.

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