Bhakti Sutra 41

Narada Bhakti Sutra 41

Deutsche Übersetzung

Denn kein Gefühl der Verschiedenheit trennt Gott von Seinen Devotees.

Sanskrit Text

  • tasmiṃs tajjane bhedābhāvāt ।। 41 ।।
  • तस्मिंस्तज्जने भेदाभावात् ।। ४१ ।।
  • tasmins tajjane bhedabhavat || 41 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tasmin : in Bezug auf ihn (den Erhabenen, Tad)
  • taj-jane : bei seinen (Tad) Leuten (Jana)
  • bhedābhāvāt : aufgrund des Fehlens (Abhava) eines Unterschieds (Bheda)     ।। 41 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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Narada spricht davon: „Kein Gefühl der Verschiedenheit trennt Gott von seinen Bhaktas.“  Bhakta ist jemand, der Bhakti hat, Hingabe zu Gott. Ein Bhakta ist jemand, der Bhaktiyoga übt oder auch jemand, der tiefe Gottesliebe erfahren hat. Das ist das Besondere im Yoga. Es gibt Bhakti im Sinne von Gottesliebe und es gibt Bhaktiyoga, die Kultivierung von Bhakti. Es gibt auch Jnana, das heißt höchste Erkenntnis und es gibt Jnanayoga, den Yoga der Entwicklung der höchsten Erkenntnis. Es gibt Raja Yoga, um der Yogaherrscher zu sein, und es gibt im Rajayoga auch die Übung der Geisteskontrolle. So ist ein Bhakta zum einen derjenige, der Bhaktiyoga übt und er ist auch jemand, der tiefe Gottesliebe hat. In dem Moment, wo du Gottesliebe hast, bist du von Gott nicht mehr getrennt.

In Wahrheit bist du sowieso nicht getrennt von Gott, denn Gott ist überall, allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Gott ist in der Tiefe Deines Herzens. Gott ist in jeder Blume, Gott ist in jedem Bild. Gott ist im Himmel, Gott ist in jedem Menschen. Es gibt keinen Unterschied zwischen Mensch und Gott.
Und eine Möglichkeit, das wirklich zu fühlen, ist durch Hingabe. In dem Moment, wo du wirkliche Gottesliebe spürst, spürst du Gott. In der Liebe selbst ist Gott gegenwärtig. So ist Liebe nicht nur ein Mittel, um Gott zu erfahren, sondern in der Gottesliebe selbst ist Gott erfahrbar. Und so ist Gott nicht getrennt von seinen Bhaktas. Auch von dir ist er nicht getrennt, schon jetzt nicht. Aber die Bhaktas wissen das und spüren das. Und deshalb ist bei großen Meistern, bei Menschen die große Hingabe zu Gott haben, diese Liebe Gottes zu spüren. Man fühlt, dass dort nicht nur der Meister, der Heilige, eine Liebe zu Gott hat, sondern du merkst auch, dass in diesem Menschen diese göttliche Liebe wirkt. Diese göttliche Liebe wirkt durch diesen Menschen hindurch. Du kannst es spüren.

Es ist eine gute Sache, über große Meister Vorträge zu hören. Autobiographien großer Bhaktas, großer Gottesdiener, zu lesen oder auch Biographien über sie zu lesen. In meiner Tradition gibt es Swami Sivananda. Es gibt wunderschöne Biographien von Swami Sivananda, z.B. „Sivananda, Biographie eines modernen Heiligen“. Dort erfährst du viel über Swami Sivananda. Und wann immer ich aus dieser Biographie lese oder auch aus dem Buch Sivananda Yoga oder auch integraler Yoga, dort spüre ich eine starke Präsenz von Swami Sivananda. In dem Moment, in dem man über einen Meister liest, in dem Moment, wo man auch ein Werk von dem Meister liest, spürt man seine Gegenwart. Und in dem Moment, wo du die Gegenwart von einem Meister spürst, spürst du auch Gott. Denn Gott ist nicht getrennt von seinen Bhaktas. Gott ist erfahrbar in den Bhaktas.

Und so möchte ich dich ermutigen, vielleicht am nächsten Tag nochmal zu überlegen: „Zu welchem Meister habe ich besonderen Zugang?“ Vielleicht auch: „Wie kann ich meinem Meister gegenüber oder auch meinem Yogalehrer etwas mehr Demut entgegenbringen? Wie könnte ich durch mehr Hingabe und mehr Demut auch mich selbst mehr im Herzen berühren lassen? Und wie kann ich auch in jedem Menschen Gottesgegenwart spüren?“ Und letztlich, Gott ist ja allgegenwärtig, also in jedem Menschen zu spüren. Die Weisen, die Heiligen wissen das und lassen die Gnade stärker wirken.

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