Bhakti Sutra 31

Narada Bhakti Sutra 31

Deutsche Übersetzung

Denn nur so verhält es sich auch im Fall des Königs, des Heims und des Essens.

Sanskrit Text

  • rājagṛhabhojanādiṣu tathaiva dṛṣṭatvāt ।। 31 ।।
  • राजगृहभोजनादिषु तथैव दृष्टत्वात् ।। ३१ ।।
  • rajagrihabhojanadishu tathaiva drishtatvat || 31 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • rāja-gṛha-bhojanādiṣu : hinsichtlich eines Königspalastes (Rajagriha), des Essens (Bhojana) usw. (Adi)
  • tathā : so (Tatha)
  • eva : genau (Eva)
  • dṛṣṭatvāt : weil es gesehen wird (Drishta)     ।। 31 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Diese 3 Beispiele beziehen sich auf folgende Geschichten. Ein Prinz verlor sich einst in der Kindheit im Wald und ein Einsiedler nahm sich seiner an. Als der Einsiedler, der nichts über seine Herkunft wusste und sich als bloßen Einsiedler betrachtete, einmal zufällig von seinen Eltern erfuhr, änderte sich dadurch nichts an der Tatsache seines Prinzseins. Bloß wurde er an diesen Tatbestand erinnert. Ebenso wie der eigene wahre und schon immer gegenwärtige Ursprung ins Bewusstsein zurückgerufen, wenn man das höchste Selbst erkennt.“ Das soll also heißen, Bhakti in sich hilft Dir zur Gottesverehrung. Du bist jetzt schon eins mit Gott. Du brauchst nichts zu tun, um eins mit Gott zu werden. So ähnlich wie dieser Prinz, er ist schon Prinz, egal ob er es weiß oder nicht. Der mag jetzt erst mal denken, er wäre der Sohn eines Einsiedlers. Aber er ist immer Prinz. Und er kann dann aber erfahren, ich bin der Prinz, wenn er seine Eltern entdeckt. Und so ähnlich, Du bist jetzt eins mit Gott, Kind Gottes. Du magst es wissen oder auch nicht wissen. Du bist es. Bhakti Yoga heißt dann, in voller Hingabe Gott zu erfahren, der immer schon da war.

2. Beispiel: Das Zuhause bezieht sich auf die Erfahrung eines Reisenden, der nach langer Abwesenheit zurückkehrt. Sein Heim bleibt sein Heim selbst wenn er fort ist. Doch wird diese Entfernung, die seine Freude trübt aufgehoben, wenn er zurückkommt. In Bezug auf sein Heim jedoch ist nichts neues eingetreten, bloß weil er verreist war. Also das heißt, Gott ist immer da, Du kannst ihn mehr spüren, weniger spüren, Gott ist immer da. Du wirst nicht Gott einen Gefallen tun, indem Du ihn verwirklichst, oder Du wirst ihn nicht ärgern indem Du ihn nicht verwirklichst. So wie Dein Heim, Dein zu Hause, ist immer da, ob Du jetzt da bist oder nicht, ob Du darüber schimpfst, ob Du zufrieden bist oder nicht. Nur wenn Du zu Hause ankommst, bist Du zufrieden. Gott zu erfahren, ist zu Hause ankommen. Gott ist immer da und Gott ist immer Dein zu Hause. Du kannst es bewusst machen, oder auch weniger bewusst machen. In diesem Sinne Bhakti zu haben ändert nichts Äusseres aber es ist ein tiefes Gefühl nach Hause zu kommen.

3. Beispiel: Essen bezieht sich auf die Erfahrung eines Hungrigen, wenn er seine Mahlzeit einnimmt. Durch die Zufriedenheit, durch die Sättigung wirkd kein grundlegend neuer Zustand vorgerufen. Es wird einfach die natürliche Zufriedenheit wieder hergestellt, die durch den Hunger gestört wurde. Was auch wiederum heißt, Dein natürlicher Zustand ist Gottverwirklichung. Wenn Du keine Gottverwirklichung hast, dann weißt Du, es fehlt mir irgend etwas. In dem Du bhakti übst, wird der Hunger nach Gottverwirklichung gestillt. Und wenn Du Gott dann verwirklichst, dann ist das Gefühl wie heimgekommen zu sein. Es ist das Gefühl der natürlichen Zufriedenheit. Es ist die Erfahrung, Dein wahres Selbst zu sein. In diesem Sinne brauchst Du für Bhakti und Hingabe nicht wirklich etwas. Bhakti die Gotteshingabe, die Gottesliebe, die Gottesverschmelzung ist Dein natürlicher Zustand. Du magst es nicht wissen, wie in dem Fall des Prinzen. Du magst das zu Hause nicht kennen. Und Du magst irgendwo hungrig sein nach Gott. Aber die Liebe selbst ist das was Deine wahre Natur ist. Die Liebe ist Dein zu Hause und die Liebe ist das wofür Du da bist.

Daher Bhakti ist aus Bhakti heraus genug. Du musst sie Dir nicht erarbeiten. Du musst sie Dir nicht erkämpfen. Auf dem spirituellen Weg gilt es keine großen Heldentaten zu vollbringen, neues zu erreichen. Gottverwirklichung ist das natürlichste auf der Welt. Gott zu erfahren, das ist Deine Bestimmung. Eins mit Gott zu sein, das bist Du jetzt schon.

Vielleicht kannst du jetzt schon in diesem Moment der Stille Gott spüren, Gott erfahren als Dein wahres Selbst.

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