Bhakti Sutra 25

Narada Bhakti Sutra 25

Deutsche Übersetzung

Bhakti steht über Karma, über Jnana und steht über Yoga.

Sanskrit Text

  • sā tu karmajñānayogebhyo’py adhikatarā ।। 25 ।।
  • सा तु कर्मज्ञानयोगेभ्योऽप्यधिकतरा ।। २५ ।।
  • sa tu karmajnanayogebhyo’py adhikatara || 25 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • sā : diese (Bhakti,  Tad)
  • tu : aber, jedoch (Tu)
  • karma-jñāna-yogebhyaḥ : Handlungen (Karman), Erkenntnis (Jnana) und Yoga
  • api : auch, sogar (Api)
  • adhikatarā : steht höher als (Adhika-tara)     ।। 25 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

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„Bhakti steht über Karma, über Jnana und über Yoga.“ Bhakti heißt Hingabe, Bhakti heißt Gottesliebe. Diesen Vers kann man jetzt auf unterschiedliche Weise interpretieren. Man kann interpretieren: Bhakti, die Hingabe, steht über Karma, Handlung. Steht auch über Jnana Wissen, im Sinne von Weisheit, und über Yoga im Sinne von spirituelle Praktiken. Das soll jetzt nicht heißen, dass Bhakti Yoga besser ist als Karma Yoga, Jnana Yoga oder Raja Yoga. Sondern es soll heißen, Bhakti, die Gottesliebe, die ist am wichtigsten. Wenn du Karmas ausführst, gute Handlungen ausführst, anderen dienen willst, wenn du etwas tust um anderen zu helfen, das ist gut und das ist wichtig. Wenn du es aber ohne Liebe tust, dann ist es nicht so gut, als wenn du es mit Liebe machst. Deshalb steht Bhakti, die Liebe über reinem Karma.

Natürlich ist es wichtig, dass du das tust, was gut ist. Du kannst auch immer wieder überlegen, setze ich meine Energie gut ein. Bewirke ich Gutes? Mache ich die Menschen, mit denen ich zu tun habe, glücklicher? Nutze ich meine Fähigkeiten zum größtmöglichen Guten, oder nur dafür, dass ich mehr Geld und mehr Ansehen bekomme? Oder bin ich soweit, dass ich einfach ein bequemes Leben haben will? Es ist wichtig, dich einzusetzen, es ist wichtig, dir immer wieder zu überlegen, wie kann ich meine Fähigkeiten, meine Kräfte besser einsetzen. Du kommst nicht zur Verwirklichung durch ein rein bequemes Leben. Intensives Karma Yoga ist auch wichtig. Aber Karma allein ist nicht ausreichend. Deshalb ist Bhakti allein Karma überlegen. Wenn du aber Karma Yoga mit Bhakti, Hingabe, verbindest, dann ist es großartig.

Jnana ist Erkenntnis und ist auch Wissen. Es reicht jedoch nicht aus, alles über die drei Körper und die fünf Hüllen zu wissen, wenn du die sieben Bhumikas kennst und wenn du die Sadhana Chatushtaya, die vier Eigenschaften eines Aspiranten kennst, die sechs Shatsampats, wenn du alle Nyamas kennst und alle Schriften kennst, und wenn du die Kapitel der Bhagavad Gita rezitieren kannst. All das ist Jnana. Wenn kein Bhakti dahinter ist, keine Hingabe, dann reicht das nicht aus. Und es reicht auch nicht aus, spirituelle Praktiken zu machen. Es ist zwar gut Asanas zu üben und Pranayama zu üben und zu meditieren, aber es muss mit Liebe gefüllt werden. So sagt es auch Paulus in dem hohen Lied der Liebe. Er sagt: „Wenn ich alles Mögliche tun würde für die Armen und für die Leidenden, wenn ich intensive Praktiken machen würde, wenn ich alles wissen würde und Glauben ohne Ende hätte, hätte ich der Liebe nicht, dann wäre ich ein tönend Erz und es wäre alles nichts.“

Daher steht Bhakti über den anderen oder anders formuliert, Bhakti ist für alles wichtig. So kannst du nach diesem Abschnitt einen Moment in die Stille gehen und überlegen:

  • Nutze ich meine Talente und Fähigkeiten wirklich um Gutes zu bewirken, ist das, was ich tue, wirklich angemessen, um Gutes zu bewirken. Setze ich mich wirklich für andere ein und tue ich es mit Hingabe an Gott? Tue ich es mit Liebe?
  • Sorge ich mich darum, dass ich mehr Jnana, mehr Wissen bekomme? Auch Jnana ist wichtig. Aber setze ich Wissen auch für mehr Liebe ein? Oder macht mich mehr Wissen arrogant? Oder verzichte ich einfach darauf, Dinge zu verstehen? Verstehen ist wichtig, aber Verständnis mit Liebe.
  • Und als drittes kannst du überlegen: Bin ich in meinen Yogapraktiken ausreichend aktiv? Mache ich noch genügend Asanas, Pranayama, Meditation, Mantrasingen? Und mache ich das auch mit Hingabe?
    Übe ausreichend Yogapraktiken und übe sie mit großer Hingabe, mit viel Bhakti. Das ist am besten. So kannst du schnell Gott erfahren.

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