Bhakti Sutra 23

Narada Bhakti Sutra 23

Deutsche Übersetzung

Hätten sie nicht jenes Wissen gehabt, daß Krishna Gott war, dann wäre ihre Liebe der niedrigen Leidenschaft einer Frau zu ihrem Liebhaber gleichgekommen.

Sanskrit Text

  • tadvihīnaṃ jārāṇām iva ।। 23 ।।
  • तद्विहीनं जाराणामिव ।। २३ ।।
  • tadvihinam jaranam iva || 23 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tad-vihīnam : (Liebe, der es an) dieser (nämlich Wertschätzung, Tad) fehlt (Vihina)
  • jārāṇām :  (die Liebe) von Liebhabern (einer verheirateten Frau, Jara)
  • iva : (ist) wie (Iva)     ।। 23 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Narada spricht in diesem Vers über die Liebe der Gopis zu Krishna. Die Gopis sind ein Beispiel für Madurya Bhava, die intensive Hingabe zu Gott als den Geliebten. Die Gopis verehrten Krishna, Krishna war ein Avatar von Vishnu. Er war in einem physischen Körper auf dieser Welt. Die Gopis verehrten Krishna. Sie verliebten sich in Krishna. Sie wollten Krishna zu ihrem Mann haben. Sie liebten seine Gestalt, sie liebten das Flötenspiel. Sie liebten seine Worte und sie waren von Herzen ergriffen in dieser Bhakti.

Aber sie wussten gleichzeitig: Krishna ist nicht irgendein Mann, Krishna ist eine Manifestation Gottes. Sie hatten so viele Erfahrungen gemacht, wie Krishna sie zu Gottesbewusstsein geführt hat. Sie hatten so viel von Krishna gehört, dass er selbst gesagt hat, er ist Gott. Sie haben sich in seiner Gegenwart eins mit allem gefühlt. In diesem Sinne gilt es auch, Krishna überall zu sehen. Krishna, Jesus, Buddha, Allah, die Adonai.

Wie auch immer man Gott sehen will, es gibt so viele Weisen, sich auf Gott zu beziehen. Und es ist auch wiederum wichtig: Gott ist überall. Es gibt keinen christlichen Gott, der gegen einen muslimischen Gott kämpft. Oder verschiedene Hindu Götter, die dann gegen buddhistische Götter kämpfen. Es gibt nur ein einziges göttliches Prinzip. Eine Hingabe zu einem Aspekt und auch zu mehreren Aspekten Gottes zu entwickeln aber sich bewusst zu machen, jeder Aspekt Gottes ist Teil des gleichen Gottes. Und du kannst auch noch weitergehen. Du kannst z.B. einen Guru, einen Meister lieben. So wie ich eine große Hingabe an meinen Meister, Swami Sivananda habe. Und ich spüre seine Gegenwart. Wenn ich sein Foto anschaue, fühle ich mich ergriffen. Wenn ich so tiefer schaue, fühle ich mich von Liebe erfüllt. Und ich spüre, er wirkt durch mich. Wenn ich Swami Sivananda so anschaue, dann spüre ich das. Aber es ist nicht die Gestalt von Swami Sivananda, die ich besonders verehre. Swami Sivananda hat einen Körper, der aus Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff besteht. Und auch die Schönheit ist nicht nur einfach physische Schönheit. Aber was ich in Swami Sivananda sehe, das ist das Wirken Gottes. Und weil ich in Swami Sivanandas Gestalt eine Manifestation des Göttlichen sehe, kann ich über das Anschauen von Swami Sivananda Göttliches wahrnehmen.

Und ähnlich geht es mir auch mit Darstellungen von Shiva, von Krishna, Lakshmi, Durga, wie auch Kali. Und auch wenn ich Jesus anschaue, fühle ich mich ergriffen von Liebe. So gilt es, verschiedene Möglichkeiten zu entwickeln, um Gottesliebe zu spüren und zu erfahren. Und es sind nicht nur die Symbole und die Meister: Du kannst auch göttliche Liebe in deinem Partner und in deinem Kind erfahren. Du kannst göttliche Liebe in einem Baum und in einem Strauch erfahren. Du kannst sie in allem erfahren. Was auch immer du siehst und was dir hilft, Gottesliebe zu spüren, nutze das und sei dir bewusst, die Liebe zu Gott ist nicht wirklich zu dem Ding, sondern es ist letztlich die Liebe zu Gott jenseits von allem, der sich in allem manifestiert.

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