Bhakti Sutra 66

narada-bhakti-sutra-66

Deutsche Übersetzung

Die drei Arten der Liebe transzendierend, liebe den Herrn, und liebe Ihn als Sein ewiger Diener, als Seine ewige Braut.

Sanskrit Text

  • trirūpabhaṅgapūrvakaṃ nityadāsyanityakāntābhajanātmakaṃ prema kāryaṃ premaiva kāryam ।। 66 ।।
  • त्रिरूपभङ्गपूर्वकं नित्यदास्यनित्यकान्ताभजनात्मकं प्रेम कार्यं प्रेमैव कार्यम् ।। ६६ ।।
  • trirupabhangapurvakam nityadasyanityakantabhajanatmakam prema karyam premaiva karyam || 66 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tri-rūpa-bhaṅga-pūrvakam : die zum Verschwinden („Bruch“, Bhanga) der drei (Tri, niederen) Formen (Rupa, der Liebe) geführt hat („als Vorangehendes hat“, Purvaka)
  • nitya-dāsya-nitya-kāntā-bhajanātmakam : deren Wesen (Atman) das Verehren (Bhajana) als ewiger (Nitya) Diener („ewiges Dienen“, Dasya) oder ewige Geliebte (Kanta) ist
  • prema : Liebe (Preman)
  • kāryam : soll praktiziert werden („ist zu tun“, Karya)
  • prema : Liebe
  • eva : nur, allein (Eva)
  • kāryam : soll praktiziert werden („ist zu tun“) ।। 66 ।।

Kommentar von Sukadev Bretz

Lesen

Drei Arten der anfänglichen Liebe, darüber hatte Narada im 56. Sutra gesprochen. Also tamasige Liebe ist letztlich Ausdruck aus Leiden. Oh Gott, mir geht es schlecht, bitte hilf mir. Rajasige Hingabe an Gott. Oh Gott, ich bräuchte unbedingt einen besseren Job, ich bräuchte ein größeres Appartement. Ich brauche unbedingt diesen Menschen, der mit mir sein soll. Bitte hilf Du mir. Sattvige Gottesliebe bzw. eine gute Gottesliebe, würde sagen, oh Gott, ich habe leider noch keine guten Eigenschaften. Bitte hilf mir, sie zu entwickeln. Oh Gott, ich kann noch nicht so gut meditieren, bitte hilf mir, besser zu meditieren, usw.

Und hier schlägt er insbesondere vor: Liebe Gott als Diener und liebe Gott, als eine ewige Braut. Es gibt ja 5 Arten von Bhakti, die in der Bhagavatam angesprochen werden. Du kannst Gott lieben mit shanta bhava, mit der friedvollen Stimmung – Gott ist überall. Du kannst Gott lieben mit der dasya bhava, Du bist Gottes Diener, Du willst Gott dienen. Sakhya bhava, Freundschaft zu Gott, Du willst Freund Gottes sein. Dann gibt es vatsalya bhava, das heißt du liebst Gott mit der zärtlichen Liebe zwischen Eltern und Kind. Gott als dein Kind, oder Gott als dein Vater, Gott als deine Mutter. Dann schließlich madhurya bhava, die süße Liebe, die liebliche Liebe. Gott ist dein Geliebter, deine Geliebte, dein Bräutigam, deine Braut. Narada greift aus diesen 5 bhavas, bhakti bhavas, die in der Bhagavatam stehen, 2 besonders heraus. Das ist dann dasya bhava und madhurya bhava. Dasya bhava heißt, das Gefühl, Gottes Diener zu sein und madhurya bhava heißt als Gottes Braut. Zunächst mal Diener – das ist vermutlich für viele Aspiranten die einfachste Weise, Gott zu lieben. Du fühlst dich als Diener Gottes. Gott tut alles. Du tust nichts. Du bist Diener Gottes und Gott wird dir alles tun. Du bittest Gott, oh Gott zeige mir dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten. Lass mich wissen, was du von mir willst. Alles was ich tue, will ich dir darbringen. Und alles, was du mir an Aufgaben gibst, die will ich tun. Oh Gott, ich bin dein Diener. Die ganze Welt ist lila, dein Spiel. Du gibst mir Aufgaben, ich will sie erledigen. Was auch immer für Aufgaben kommen, ich will sie tun, ohne zu murren und zu knurren, ohne zu sagen, das mag ich, da mag ich nicht. Oh Gott, ich bin dein Diener, zeig mir, was du von mir willst, ich werde es tun. Das ist diese dasya bhava.

Hanuman war so ein Beispiel. Was auch immer Rama ihm gesagt hat, Hanuman hat es sofort getan. Er hat nicht überlegt, kann ich das, kann ich das nicht, mag ich das, mag ich das nicht. Entspricht es meiner Natur oder nicht. Behandelt er andere besser als mich oder nicht. Hanuman hat es einfach umgesetzt. Rama hat etwas gesagt, Hanuman hat es gemacht. In diesem Sinne, sei dir bewusst, was deine Aufgabe ist und tue sie dann. Das ist dasya bhava.

Dann als Gottes ewige Braut oder auch als geliebter Gottes, das ist so das Bedürfnis und der Wunsch, Gottes Gegenwart überall zu spüren, Gott überall zu fühlen, immer wieder im Herzen berührt zu sein, von dieser beständigen Liebe. Dasya bhava muss nicht heißen, dass du ständig göttliche Gegenwart spürst. Dasya bhava heißt im Wesentlichen, Du willst herausfinden, was Gott von dir will und dann tust du es. Du bringst alles was du tust Gott dar. Du bittest Gott um Führung, Du tust, Du lässt los, bringst dar – dasya bhava. Zwischendurch erfährst du die Gegenwart Gottes, du musst sie aber auch nicht jederzeit spüren. Du hast das Gefühl, ich tue etwas für Gott. Und da ist ein gewisses Spüren der Gegenwart da, aber ist nicht so ein intensives Gefühl.

Diese süße Liebe, madhura, das ist etwas, was die ständige Gottesliebe ist. Gott in allem zu spüren, die ständige Umarmung Gottes, die Vereinigung Gottes, das ist diese intensivere Form der Liebe. Narada stellt hier erst mal beide als gleichrangig dar.

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