3. Kapitel, Vers 61

Deutsche Übersetzung:

Nun Mulabandha – der Wurzel-Verschluss Während der Yogi den Beckenboden mit einem Teil der Ferse presst, soll er den Anus anspannen. | So wird die absteigende Energie (Apana) nach oben gezogen. Dieses wird der Wurzel-Verschluss (Mulabandha) genannt.

Sanskrit Text:

  • atha mūla-bandhaḥ-
    pārṣṇi-bhāgena sampīḍya yonim ākuñcayed gudam |
    apānam ūrdhvam ākṛṣya mūla-bandho’bhidhīyate ||61||
  • अथ मूलबन्धः
    पार्ष्णिभागेन सम्पीड्य योनिम् आकुञ्चयेद् गुदम् ।
    अपानम् ऊर्ध्वम् आकृष्य मूलबन्धोऽभिधीयते ॥६१॥
  • atha mula bandhah
    parshni bhagena sampidya yonim akunchayed gudam |
    apanam urdhvam akrishya mula bandho’bhidhiyate ||61||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • mūla-bandhaḥ : Mula Bandha
  • pārṣṇi : (der) Ferse (Parshni)
  • bhāgena : mit (einem) Teil, mit (der) Gegend (Bhaga)
  • sampīḍya : pressend (sam + pīḍ)
  • yonim : (den) Damm, (das) Perineum (Yoni)
  • ākuñcayet : (man) kontrahiere (ā + kuñc)
  • gudam : (den) Anus (Guda)
  • apānam : (die) abwärts fließende Energie (Apana)
  • ūrdhvam : aufwärts, nach oben (Urdhva)
  • ākṛṣya : (und) ziehe („ziehend“, ā + kṛṣ)
  • mūla-bandhaḥ : Wurzel-Verschluss (Mula Bandha)
  • abhidhīyate : (dies) wird genannt (abhi + dhā)       ||61||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

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Sukadev

61. Indem man den Knöchel an die Yoni presst, ziehe man den Anusschließmuskel zusammen und versuche, das Apana hinaufzuziehen. Das ist Mula Bandha.

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3. Kapitel, Vers 62

Deutsche Übersetzung:

Durch das kraftvolle Anspannen, wird das nach unten fließende Apana zum Aufsteigen gebracht. | Das wird von den Yogis wahrlich Mulabandha genannt.

Sanskrit Text:

  • adho-gatim apānaṁ vā ūrdhvagaṁ kurute balāt |
    ākuñcanena taṁ prāhur mūla-bandhaṁ hi yoginaḥ ||62||
  • अधोगतिम् अपानं वा ऊर्ध्वगं कुरुते बलात् ।
    आकुञ्चनेन तं प्राहुर् मूलबन्धं हि योगिनः ॥६२॥
  • adho gatim apanam va urdhvagam kurute balat |
    akunchanena tam prahur mula bandham hi yoginah ||62||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • adhas-gatim : (die) abwärts fließende („deren Gang abwärts gerichtet ist“, AdhasGati)
  • apānaṁ : Energie (Apana)
  • vai : gewiss (Vai)
  • ūrdhva-gaṁ : aufwärts zu fließen („nach oben gehend“, Urdhva Ga)
  • kurute : (den Verschluss, der) veranlasst („macht“, kṛ)
  • balāt : mit Macht, gewaltsam (Bala)
  • ākuñcanena : durch das Kontrahieren (des Muladhara)
  • taṁ : diesen (Verschluss, Tad)
  • prāhur : nennen (pra + ah)
  • mūla-bandhaṁ : Mula Bandha („Wurzel-Verschluss“)
  • hi : bekanntlich (Hi)
  • yoginaḥ : (die) Yogis      ||62||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

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Sukadev

62. Weil durch die Kontraktion des Muladhara Apana, das normalerweise nach unten fließt, gezwungen wird, nach oben zu steigen (durch die Sushumna), deshalb nennen die Yogis es Mula Bandha.

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3. Kapitel, Vers 63

Deutsche Übersetzung:

Das Rectum mit der Ferse pressend, soll der Yogi den Atem (Vayu) mit Kraft anhalten. | Immer wieder, so dass die Lebensenergie nach oben steigt.

Sanskrit Text:

  • gudaṁ pārṣṇyā tu sampīḍya vāyum ākuñcayed balāt |
    vāraṁ vāraṁ yathā cordhvaṁ samāyāti samīraṇaḥ ||63||
  • गुदं पार्ष्ण्या तु सम्पीड्य वायुम् आकुञ्चयेद् बलात् ।
    वारं वारं यथा चोर्ध्वं समायाति समीरणः ॥६३॥
  • gudam parshnya tu sampidya vayum akunchayed balat |
    varam varam yatha chordhvam samayati samiranah ||63||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • gudaṁ : (den) Anus (Guda)
  • pārṣṇyā : mit der Ferse (Parshni)
  • tu : aber (Tu)
  • sampīḍya : drückend (sam + pīḍ)
  • vāyum : (die) Lebensenergie („Wind“, Vayu)
  • ākuñcayet : man ziehe zusammen (ā + kuñc)
  • balāt : mit Macht, gewaltsam (Bala)
  • vāraṁ vāraṁ : immer wieder, ein um das andere Mal (Vara)
  • yathā : so dass (Yatha)
  • ca : und, aber (Cha)
  • ūrdhvaṁ : (in der Sushumna) aufwärts, nach oben (Urdhva)
  • samāyāti : fließt („kommt“, sam + ā + )
  • samīraṇaḥ : (die) Lebensenergie („Wind“, Samirana)         ||63||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

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Sukadev

63. Indem man den Knöchel gegen den Anus presst, versuche man die Luft heftig und ohne Unterlass zu komprimieren, bis der Atem hinauffließt.

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3. Kapitel, Vers 64

Deutsche Übersetzung:

Werden Prana und Apana wie auch Nada und Bindu durch Mulabandha eins, so bilden sie die Basis für vollkommene Perfektion im Yoga. Darüber besteht kein Zweifel.

Sanskrit Text:

  • prāṇāpānau nāda-bindū mūla-bandhena caikatām |
    gatvā yogasya saṁsiddhiṁ yacchato nātra saṁśayaḥ ||64||
  • प्राणापानौ नादबिन्दू मूलबन्धेन चैकताम् ।
    गत्वा योगस्य संसिद्धिं यच्छतो नात्र संशयः ॥६४॥
  • pranapanau nada bindu mula bandhena chaikatam |
    gatva yogasya samsiddhim yachchhato natra samshayah ||64||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • prāṇa : die aufwärts fließende Energie („Wind“, Prana)
  • apānau : und die abwärts fließende Energie („Wind“, Apana)
  • nāda : (der unangeschlagene) Klang (Nada)
  • bindū : und der „Tropfen“ (Bindu, der Punkt im Om-Symbol, Anusvara)
  • mūla-bandhena : durch Mula Bandha (“Wurzel-Verschluss”)
  • ca : und, aber (Cha)
  • ekatām : (indem sie jeweils zur) Einheit (Ekata)
  • gatvā : gelangt sind (gam)
  • yogasya : des Yoga
  • saṁsiddhiṁ : Erfolg, Vollkommenheit (Samsiddhi)
  • yacchatas : (diese beiden) verleihen (yam)
  • na : nicht (Na)
  • atra : hierüber (Atra)
  • saṁśayaḥ : (besteht ein) Zweifel (Samshaya)         ||64||

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Brahmananda

64. Durch Mula Bandha vereinigen sich Prana und Apana, Nada und Bindu und man erlangt Vollkommenheit im Yoga. Darüber gibt es keinen Zweifel.

Die Bedeutung scheint folgende zu sein: Durch Mula Bandha vereinigen sich Prana und Apana und gelangen in die Sushumna. Dann werden die inneren Klänge deutlich, und, indem sich Prana und Apana mit Nada verbinden, gehen sie über das Herz und vereinigen sich mit Bindu (dem Anusvara oder dem Punkt OM). Sie gelangen dann weiter zum Kopf, und so erlangt der Yogi Vollkommenheit. Nada ist der mystische innere Klang, der vom Anahata Chakra oder dem Herzgeflecht kommt.

Vishnu-devananda

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Sukadev

64. Durch Mula Bandha vereinigen sich Prana und Apana, Nada und Bindu und man erlangt Vollkommenheit im Yoga. Darüber gibt es keinen Zweifel.

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3. Kapitel, Vers 65

Deutsche Übersetzung:

Durch fortwährende Praxis von Mulabandha entsteht Einheit von Apana und Prana, Urin und Stuhl nehmen ab | und selbst alte Menschen werden jung.

Sanskrit Text:

  • apāna-prāṇayor aikyaṁ kṣayo mūtra-purīṣayoḥ |
    yuvā bhavati vṛddho’pi satataṁ mūla-bandhanāt ||65||
  • अपानप्राणयोर् ऐक्यं क्षयो मूत्रपुरीषयोः ।
    युवा भवति वृद्धोऽपि सततं मूलबन्धनात् ॥६५॥
  • apana pranayor aikyam kshayo mutra purishayoh |
    yuva bhavati vriddho’pi satatam mula bandhanat ||65||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • apāna : der abwärts fließenden Energie (“Wind”, Apana)
  • prāṇayoḥ : und der aufwärts fließenden Energie (“Wind”, Prana)
  • aikyaṁ : (die) Einheit (Aikya)
  • kṣayaḥ : (die) Verringerung (Kshaya)
  • mūtra : (von) Urin (Mutra)
  • purīṣayoḥ : und Stuhl (Purisha)
  • yuvā : jung (Yuvan)
  • bhavati : wird, entsteht (bhū)
  • vṛddhaḥ : (ein) Alter, Greis (Vriddha)
  • api : auch, sogar (Api)
  • satataṁ : stets, beständig (praktiziert, Satata)
  • mūla-bandhanāt : aufgrund von Mula Bandha (“Wurzel-Verschluss”)       ||65||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

65. Durch ständige Übung von Mula Bandha erreicht man eine Vereinigung von Prana und Apana; die Ausscheidungen vermindern sich beträchtlich.

Wenn du Pranayama mit Mudras richtig ausübst zusammen mit der richtigen Diät, wird deine Harnentleerung und andere Ausscheidungen sehr beschränkt. Es gibt nur wenig Schweißabsonderung. Das kommt daher, weil nur wenig grobstoffliches Gift im Körper übrigbleibt.

Durch die Übung von Mula Bandha wird der Yogi jung, obwohl an Jahren alt.

Sukadev

65. Durch ständige Übung von Mula Bandha erreicht man eine Vereinigung von Prana und Apana; die Ausscheidungen vermindern sich beträchtlich. Durch die Übung von Mula Bandha wird der Yogi jung, obwohl an Jahren alt.

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3. Kapitel, Vers 66

Deutsche Übersetzung:

Wenn Apana zum Aufsteigen gebracht wird, kommt es in die Sphäre des Feuers (den Bauchraum), | dann kommt der Hauch des Atem (Vayu), eine lange Flamme aus Feuer entsteht.

Sanskrit Text:

  • apāna ūrdhvage jāte prayāte vahni-maṇḍalam |
    tadānala-śikhā dīrghā jāyate vāyunāhatā ||66||
  • अपान ऊर्ध्वगे जाते प्रयाते वह्निमण्डलम् ।
    तदानलशिखा दीर्घा जायते वायुनाहता ॥६६॥
  • apana urdhvage jate prayate vahni mandalam |
    tadanala shikha dirgha jayate vayunahata ||66||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • apāne : (wenn die) abwärts fließende Energie (“Wind”, Apana)
  • ūrdhva-ge : aufwärts zu fließen („eine nach oben Gehende ist“, Urdhva Ga)
  • jāte : beginnt (Jata)
  • prayāte : (sie) bewegt sich („macht sich auf“, Prayata)
  • vahni : (des) Feuers (Vahni)
  • maṇḍalam : (in die) Region („Kreis“, Mandala)
  • tadā : dann (Tada)
  • anala : (dieses) Feuers (Anala)
  • śikhā : (die) Flamme (Shikha)
  • dīrghā : groß („lang“, Dirgha)
  • jāyate : wird (jan)
  • vāyunā : (weil sie) durch (Apana-)Vayu, (“Wind”)
  • āhatā : berührt („getroffen, angeschlagen“) wird (Ahata)         ||66||

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Brahmananda

66. Wenn das Apana nach oben steigt und den Feuerkranz erreicht, dann züngeln die anwachsenden Flammen des Feuers und leuchten, weil sie vom Apana angefacht werden.

Der Sitz des Feuers hat beim Menschen eine dreieckige Form und befindet sich im Zentrum des Körpers. Bei Tieren ist er rechteckig und bei Vögeln rund. Gemeint mit Flamme und Feuer ist das Feuer der Verdauung.

Vishnu-devananda

Das sollte man symbolisch nehmen, um ein geistiges Bild davon zu erlangen, wie die Kundalini funktioniert. Das Feuer ist die Kundalini. Genauso wie das Feuer größer wird, wenn es vom Wind angefacht wird, beginnen Prana und Apana, wenn sie vereinigt werden, die Kundalini anzufachen. Sie wird leuchtender.

Sukadev

66. Wenn das Apana nach oben steigt und den Feuerkranz erreicht, dann züngeln die anwachsenden Flammen des Feuers und leuchten, weil sie von Apana angefacht werden.

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3. Kapitel, Vers 67

Deutsche Übersetzung:

Dann verbindet sich das Feuer und Apana mit dem Prana, dessen Natur heiß ist. | Auf diese Weise wird das so erzeugte Feuer im Körper stark entfacht.

Sanskrit Text:

  • tato yāto vahny-apānau prāṇam uṣṇa-svarūpakam |
    tenātyanta-pradīptas tu jvalano dehajas tathā ||67||
  • ततो यातो वह्न्यपानौ प्राणम् उष्णस्वरूपकम् ।
    तेनात्यन्तप्रदीप्तस् तु ज्वलनो देहजस् तथा ॥६७॥
  • tato yato vahny apanau pranam ushna svarupakam |
    tenatyanta pradiptas tu jvalano dehajas tatha ||67||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tataḥ : dann, danach (Tatas)
  • yāta : bewegen sich („gehen“, )
  • vahni : (das) Feuer (Vahni)
  • apānau : (und die) abwärts fließende Energie (“Wind”, Apana)
  • prāṇam : (zur) aufwärts fließenden Energie (“Wind”, Prana)
  • uṣṇa : heiß (ist, Ushna)
  • sva-rūpakam : (dessen) Wesen, Natur („eigene Form“, Svarupa)
  • tena : dadurch (Tad)
  • atyanta : sehr, außerordentlich, über die Maßen (Atyanta)
  • pradīptaḥ : wird angefacht, zum Strahlen gebracht (Pradipta)
  • tu : aber (Tu)
  • jvalanaḥ : Feuer (Jvalana)
  • deha-jaḥ : (das im) Körper (Deha) entstandene (Ja)
  • tathā : und, so (Tatha)        ||67||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Wenn Apana und das Feuer sich mit Prana, welches von Natur aus heiß ist, vereinigen, dann wird die Hitze im Körper überaus strahlend und mächtig.

Das ist keine physische Hitze, und man kann die Ausstrahlung sehen. Man sagt, dass der Körper eines wirklichen Yogis auch im fortgeschrittenen Alter strahlt und keine Falten entstehen.

Sukadev

67. Wenn Apana und das Feuer sich mit Prana, welches von Natur aus heiß ist, vereinigen, dann wird die Hitze im Körper überaus strahlend und mächtig.

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3. Kapitel, Vers 68

Deutsche Übersetzung:

Auf diese Weise wird die schlafende Kundalini stark erhitzt und erwacht | genau wie eine Schlange, die mit einem Stock geschlagen wurde, zischt sie und richtet sie sich auf.

Sanskrit Text:

  • tena kuṇḍalinī suptā santaptā samprabudhyate |
    daṇḍāhatā bhujaṅgīva niśvasya ṛjutāṁ vrajet ||68||
  • तेन कुण्डलिनी सुप्ता सन्तप्ता सम्प्रबुध्यते ।
    दण्डाहता भुजङ्गीव निश्वस्य ऋजुतां व्रजेत् ॥६८॥
  • tena kundalini supta santapta samprabudhyate |
    dandahata bhujangiva nishvasya rijutam vrajet ||68||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tena : durch diese (Hitze, Tad)
  • kuṇḍalinī : Kundalini (die „Geringelte“)
  • suptā : (die) schlafende (Supta)
  • santaptā : erhitzt (Tapta)
  • samprabudhyate : erwacht (sam + pra + budh)
  • daṇḍa : (mit einem) Stock (Danda)
  • āhatā : (das) geschlagen wird („wurde“, Ahata)
  • bhujaṅgī : (ein) Schlangenweibchen (Bhujangi)
  • iva : wie (Iva)
  • niśvasya : zischend (ni + śvas)
  • ṛjutāṁ : aufgerichtet, gerade („zur Geradheit“, Rijuta)
  • vrajet : wird („geht“, vraj)          ||68||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Dadurch erwacht die Kundalini von ihrem Schlaf, fühlt die große Hitze, zischt und steigt hoch, als ob man eine Schlange mit einem Stock schlägt.

Auch das symbolisiert das Erwachen der Kundalini. Natürlich gibt es keine Schlange. Die Energie, die schläft (statisch ist), wird beweglich (oder dynamisch).

Sukadev

68. Dadurch erwacht die Kundalini von ihrem Schlaf, fühlt die große Hitze, zischt und steigt hoch, als ob man eine Schlange mit dem Stock schlägt.

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3. Kapitel, Vers 69

Deutsche Übersetzung:

Danach betritt sie wie eine Schlange die Öffnung in der Sushumna (Brahma Nadi) und geht hinein. | Deshalb soll Mulabandha von den Yogis fortwährend in jedem Moment praktiziert werden.

Sanskrit Text:

  • bilaṁ praviṣṭeva tato brahma-nāḍy-antaraṁ vrajet |
    tasmān nityaṁ mūla-bandhaḥ kartavyo yogibhiḥ sadā ||69||
  • बिलं प्रविष्टेव ततो ब्रह्मनाड्यं तरं व्रजेत् ।
    तस्मान् नित्यं मूलबन्धः कर्तव्यो योगिभिः सदा ॥६९॥
  • bilam pravishteva tato brahma nady antaram vrajet |
    tasman nityam mula bandhah kartavyo yogibhih sada ||69||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • bilaṁ : (in ihr) Loch (Bila)
  • praviṣṭā : hineinfahrend (eingetreten, Pravishta)
  • iva : gleichsam, wie (ein Schlangenweibchen, Iva)
  • tataḥ : dann (Tatas)
  • brahma-nāḍī : (der) Sushumna, „Brahmas Kanal“ (Brahmanadi)
  • antaraṁ : ins Innere (Antara)
  • vrajet : bewegt sich („geht“, vraj)
  • tasmāt : daher, deshalb (Tasmat)
  • nityaṁ : täglich („stets“, Nitya)
  • mūla-bandhaḥ : Mula Bandha (“Wurzel-Verschluss”)
  • kartavyaḥ : soll praktiziert werden (Kartavya)
  • yogibhiḥ : von den Yogis
  • sadā : immer (Sada)         ||69||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Dann geht sie in ihre Höhle, das ist das Innere der Sushumna.

Daher sollten Yogis immer Mula Bandha praktizieren.

„Immer“ bedeutet, dass man sich konzentriert. Atmet von ganz unten, spürt, dass die Kundalini hochsteigt, und wiederholt die ganze Zeit ein Mantra.

Sukadev

69. Dann geht sie in ihre Höhle, das ist das Innere der Sushumna.

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3. Kapitel, Vers 70

Deutsche Übersetzung:

Nun Jalandahra Bandha – der Wassertragende Verschluss: Die Kehle angespannt, soll der Yogi das Kinn fest auf dem Herzen platzieren. | Dieses Bandha wird Jalandhara Bandha genannt. Es zerstört Alter und Tod.

Sanskrit Text:

  • atha jalandhara-bandhaḥ-
    kaṇṭham ākuñcya hṛdaye sthāpayec cibukaṁ dṛḍham |
    bandho jālandharākhyo’yaṁ jarā-mṛtyu-vināśakaḥ ||70||
  • अथ जलन्धरबन्धः
    कण्ठम् आकुञ्च्य हृदये स्थापयेच् चिबुकं दृढम् ।
    बन्धो जालन्धराख्योऽयं जरामृत्युविनाशकः ॥७०॥
  • atha jalandhara bandhah
    kantham akunchya hridaye sthapayech chibukam dridham |
    bandho jalandharakhyo’yam jara mrityu vinashakah ||70||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • jalandhara-bandhaḥ : Jalandhara Bandha
  • kaṇṭham : (die) Kehle (Kantha)
  • ākuñcya : nachdem man kontrahiert hat (ā + kuñc)
  • hṛdaye* : auf die Brust („das Herz“, Hridaya)
  • sthāpayet : man setze (sthā)
  • cibukaṁ : (das) Kinn (Chibuka)
  • dṛḍham : fest (Dridha)
  • bandhaḥ : Verschluss (Bandha)
  • jālandhara : Jalandhara (das „Halten des Netzes“)
  • ākhyaḥ : heißt („hat den Namen“, Akhya)
  • ayaṁ : dieser (ayam)
  • jarā : (von) Alter (Jara)
  • mṛtyu : (und) Tod (Mrityu)
  • vināśakaḥ : (er ist ein) Vernichter (Vinashaka)       ||70||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda lokalisiert den Ausdruck hṛdaye „auf’s Herz“ als den „Bereich (Pradesha) vier (Chatur) Fingerbreiten (Anguli) entfernt (Antarita, d.h. oberhalb) der Brustgegend (VakshasSamipa)“: hṛdaye vakṣaḥ-samīpe catur-aṅguly-antarita-pradeśe.

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

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Sukadev

70. Ziehe die Kehle zusammen und presse das Kinn fest gegen die Brust (zehn Zentimeter vom Herzen). Das ist Jalandhara Bandha und vertreibt Alter und Tod.

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