2. Kapitel, Vers 51

Deutsche Übersetzung:

Und nun Ujjayi: Der Mund wird verschlossen. Langsam wird der Lebenshauch durch beide Nasenlöcher hineingesogen, | so dass er wahrlich von der Kehle bis nach unten zum Herzen mit einem lauten Geräusch in Kontakt kommt.

Sanskrit Text:

  • atha ujjāyī-
    mukhaṁ saṁyamya nāḍībhyām ākṛṣya pavanaṁ śanaiḥ |
    yathā lagati kaṇṭhāt tu hṛdayāvadhi sa-svanam ||51||
  • अथ उज्जायी
    मुखं संयम्य नाडीभ्याम् आकृष्य पवनं शनैः ।
    यथा लगति कण्ठात् तु हृदयावधि सस्वनम् ॥५१॥
  • atha ujjayi
    mukham samyamya nadibhyam akrishya pavanam shanaih |
    yatha lagati kanthat tu hridayavadhi sa svanam ||51||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • ujjāyī : Ujjayi
  • mukhaṁ : (den) Mund (Mukha)
  • saṁyamya : geschlossen habend (Samyama)
  • nāḍībhyām : durch beide Nasenlöcher („Energie-Kanäle“, Nadi)
  • ākṛṣya : einziehend (ā + kṛṣ)
  • pavanaṁ : (den) Atem („Wind“, Pavana)
  • śanais : langsam, allmählich (Shanais)
  • yathā : so dass (Yatha)
  • lagati : (der Atem) fühlbar ist („berührt, sich anschmiegt“, lag)
  • kaṇṭhāt : von der Kehle (Kantha abwärts)
  • tu : aber (Tu)
  • hṛdaya : (zum) Herzen (Hridaya)
  • avadhi : bis („bis zur Grenze“, Avadhi)
  • sa-svanam : geräuschvoll („mit Geräusch“, Sa Svana; Fortsetzung folgt in Vers 52)      ||51||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Während du den Mund schließt, ziehe den Atem durch die Nasenlöcher mit Geräusch hoch, bis der Atem den Raum von der Kehle bis zum Herzen erfüllt.

Sukadev

51. Während du den Mund schließt, ziehe den Atem durch die Nasenlöcher mit Geräusch hoch, bis der Atem den Raum von der Kehle bis zum Herzen erfüllt.

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2. Kapitel, Vers 52

Deutsche Übersetzung:

Wie zuvor (beschrieben) soll (der Yogi) den Atem anhalten. Dann soll er durch das linke Nasenloch ausatmen. | Dieses zerstört eine Neigung zur Trägheit in der Kehle und aktiviert das Körper-Feuer.

Sanskrit Text:

  • pūrva-vat kumbhayet prāṇaṁ recayed iḍayā tathā |
    śleṣma-doṣa-haraṁ kaṇṭhe dehānala-vivardhanam ||52||
  • पूर्ववत् कुम्भयेत् प्राणं रेचयेद् इडया तथा ।
    श्लेष्मदोषहरं कण्ठे देहानलविवर्धनम् ॥५२॥
  • purva vat kumbhayet pranam rechayed idaya tatha |
    shleshma dosha haram kanthe dehanala vivardhanam ||52||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • pūrva-vat* : wie zuvor (in Vers 49 beschrieben, Purva vat)
  • kumbhayet : er halte (den Atem) an (kumbh)
  • prāṇaṁ : (den Lebens-)Atem Prana
  • recayet : er entlasse (“entleere”, ric)
  • iḍayā : durch Ida (den im linken Nasenloch endenden „Mondkanal“)
  • tathā : und (Tatha)
  • śleṣma : (hervorgerufen durch) Schleim (Shleshman bzw. Kapha)
  • doṣa-haraṁ : (das) beseitigt Störungen (Dosha-Hara)
  • kaṇṭhe : in der Kehle (Kantha)
  • deha : (im) Körper (Deha)
  • anala : (das Verdauungs-)Feuer (Anala)
  • vivardhanam : (und) vermehrt (Vivardhana)        ||52||

*Anmerkung: „Wie zuvor“ (pūrva-vat) verweist hier auf die Ausführung von Kumbhaka, wie sie im ersten Halbvers von Vers 49 beschrieben wird.

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Führe Kumbhaka wie zuvor aus und atme durch Ida aus.

Das ist durch das linke Nasenloch. Das beseitigt den Schleim aus der Kehle und steigert die Verdauungskraft des Körpers.

Sukadev

52. Führe Kumbhaka wie zuvor aus und atme durch Ida aus.

Also das linke Nasenloch.

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2. Kapitel, Vers 53

Deutsche Übersetzung:

Die Atemübung, die als Ujjai bekannt ist zertört Disbalancen in Verbindung mit den Energiekanälen, dem Wasserhaushalt und den körperlichen Grundeigenschaften. | (Ujjai) kann sicherlich in Bewegung und in Ruhe praktiziert werden.

Sanskrit Text:

  • nāḍī-jalodarā-dhātu-gata-doṣa-vināśanam |
    gacchatā tiṣṭhatā kāryam ujjāyy ākhyaṁ tu kumbhakam ||53||
  • नाडीजलोदराधातुगतदोषविनाशनम् ।
    गच्छता तिष्ठता कार्यम् उज्जाय्य् आख्यं तु कुम्भकम् ॥५३॥
  • nadi jalodara dhatu gata dosha vinashanam |
    gachchhata tishthata karyam ujjayy akhyam tu kumbhakam ||53||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • nāḍī : (in den) Energie-Kanälen, Gefäßen, Adern (Nadi)
  • jala-udara : Wassersucht („Wasser-Bauch“, Jalodara)
  • ā-dhātu : bis hin zu (den) Körpergeweben (Dhatu)
  • gata : (die) sich befinden (Gata)
  • doṣa : Störungen (Dosha)
  • vināśanam : (es) beseitigt, vertreibt (Vinashana)
  • gacchatā* : gehend (gam)
  • tiṣṭhatā* : (oder auch) stehend (sthā)
  • kāryam : soll ausgeführt werden, ist zu praktizieren (Karya)
  • ujjāyī : Ujjayi
  • ākhyaṁ : (welche) genannt wird (Akhya)
  • tu : aber (Tu)
  • kumbhakam : (diese) Atemverhaltung  (Kumbhaka)         ||53||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda ergänzt, dass Ujjayi im Gehen bzw. Stehen ohne (Rahita) Bandhas praktiziert werden soll (Kartavya): gacchatā tiṣṭhatā tu bandha-rahitaḥ kartavyaḥ.

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Brahmananda

Die sieben Dhatus sind: Haut, Fleisch, Blut, Knochen, Mark, Fett und Samen.

Vishnu-devananda

Das wird Ujjayi genannt, und es sollte gehend oder sitzend praktiziert werden. Es beseitigt alle Beschwerden von den Nadis und den Dhatus, wie auch die Wassersucht.

Sukadev

53. Das wird Ujjayi genannt, und es sollte gehend oder sitzend praktiziert werden.

Ujjayi kann man auch sonst machen. Ujjayi kann man üben im Gehen, im Sitzen, bei den Asanas, überall diesen hörbaren Kehllaut. Und das kann man auch kombinieren mit Mula Bandha. Und man kann sogar Ujjayi als gehendes Pranayama ausführen. Einatmen, anhalten und links ausatmen. Das kann man natürlich mit dem Nasenloch machen, mit dem Daumen, aber man kanns auch so machen [macht’s vor]. Ich kannte sogar jemand, der sagte, er kann das auch ganz willkürlich machen, allein durch die Stellung der Zunge, ob das ganz durchs linke oder durchs rechte Nasenloch reingeht. Man kann’s also üben.

– Es beseitigt alle Beschwerden von den Nadis und den Dhatus, wie auch die Wassersucht.

Und es ist auch etwas, das einen Übermaß an Kapha und damit auch an Schleim reduziert. Die sieben Dhatus sind dann Haut, Fleisch, Blut, Knochen, Mark, Fett und Geschlechtsflüssigkeiten. Das gilt hier als die sieben Hauptbestandteile des physischen Körpers, und Ujjay reinigt all diese. Eine einfache Version ist einatmen mit diesem tonlosen Kehlgeräusch, dann die Luft anhalten ohne Bandhas und links ausatmen. Ujjay Khumbakha in einer einfachen Form könnt ihr auch Menschen raten, denen der Aryuveda Arzt gesagt er, hat eine Kapha-Störung, was er denn jetzt machen kann. Dann kann man eben diese Übung empfehlen. Und wenn ihr selbst wisst, ihr habt eine Kapha-Störung – man kann diese Übung auch im Stehen oder im Gehen praktizieren. Also man kann ein paar Schritte einatmen, ein paar Schritte Luft anhalten und dann ein paar Schritte links ausatmen. Man kann Pranayamas auch autofahrend machen, sogar Wechselatmung. Natürlich denjenigen, die auf Pranayama besonders stark anspringen, die, wenn sie eine Runde Kapalabhati gemacht haben, sofort ihr Körperbewusstsein verlieren, denen rate ich dringend vom Kapalabhati am Steuer ab. Aber die Mehrheit der Menschen kann durchaus Kapalabhati autofahrend machen. Früher es gab mal eine Zeit, wo ich einmal die Woche nach Frankfurt gefahren bin, da habe ich dann dienstags und mittwochs jeweils eine Yogalehrerausbildung unterrichtet, und da hab ich immer mein Pranayama gemacht im Auto. Ich bin dann voller Energie angekommen. Gut, wenn ich jetzt reise, nehme ich dann meistens irgendjemand mit, und dann mach ich doch kein Kapalabhati und Wechselatmung in der Zeit.

Jetzt die nächste Übung ist von der Wirkung her noch mal besonders interessant.

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2. Kapitel, Vers 54

Deutsche Übersetzung:

Nun Sitkari: Sitkari soll auf diese Weise ausgeführt werden: Im Mund, durch den die Luft eingeatmet wird (und ausgeatmet) ausschließlich durch die Nase. | Durch diese Praxis wird (ein Yogi) ein zweiter Gott der Liebe.

Sanskrit Text:

  • atha sītkārī-
    sīt-kāṁ kuryāt tathā vaktre ghrāṇenaiva vijṛmbhikām |
    evam abhyāsa-yogena kāma-devo dvitīyakaḥ ||54||
  • अथ सीत्कारी
    सीत्कां कुर्यात् तथा वक्त्रे घ्राणेनैव विजृम्भिकाम् ।
    एवम् अभ्यासयोगेन कामदेवो द्वितीयकः ॥५४॥
  • atha sitkari
    sitkam kuryat tatha vaktre ghranenaiva vijrimbhikam |
    evam abhyasa yogena kama devo dvitiyakah ||54||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • sīt-kārī : Sitkari
  • sīt-kāṁ : (den Laut) „sīt“ (Sitka)
  • kuryāt : man mache (kṛ)
  • tathā : und, so (Tatha)
  • vaktre : (beim Einatmen) in den Mund (Vaktra)
  • ghrāṇena : durch die Nase (Ghrana)
  • eva : nur, allein, ausschließlich (Eva)
  • vijṛmbhikām : (die) Ausatmung (Vijrimbhika)
  • evam : so, auf diese Weise (Evam)
  • abhyāsa : (der) Übung, Wiederholung (Abhyasa)
  • yogena : durch die Anwendung, das Mittel, die Methode (Yoga)
  • kāma-devaḥ : Liebesgott (Kamadeva)
  • dvitīyakaḥ : (man wird ein) zweiter (Dvitiyaka)          ||54||

*Anmerkung: Der Kommentator Brahmananda ergänzt, dass in diesem Vers die Atemverhaltung (Kumbhaka) mitzuverstehen ist (avagantavya), obwohl sie nicht ausdrücklich genannt wird (anukto ‚pi), insofern Sitkari zu den (Ausführungsformen von) Kumbhaka gehört (kumbhaka-tvāt): kumbhakas tv anukto ‚pi sīt-kāryāḥ kumbhaka-tvād evāvagantavyaḥ, vgl. auch die Anmerkung zu Vers 52.

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Indem man die Zunge zwischen die Lippen setzt und den Atem mit einem zischenden Ton in den Mund zieht, so sollte die Puraka gemacht werden, und dann Rechaka nur mit den beiden Nasenlöchern (und nicht mit dem Mund). Das wird Sitkari genannt. Durch das Wiederholen dieser Übung wird man zu einem zweiten Gott der Schönheit.

Sitkari unterscheidet sich von Brahmari, das einen Ton wie eine Hummel (sehr hart) hat. Ujjayi ist sehr sanft, sehr dünn. Ujjayi ist ein großes Pranayama, während Brahmari, Sitali und Sitkari kleinere Pranayamas sind. Ein kleineres Pranayama ist eines, das nicht sehr wichtig ist, aber für besondere Bedingungen gebraucht wird. Zum Beispiel: Sitali und Sitkari können an heißen Tagen verwendet werden, um den Körper abzukühlen. Sie können auch verwendet werden, wenn das Blut unrein ist, oder wenn ihr den Kehlkopf anregen wollt; letzteres ist der Hauptzweck von Sitali und Sitkari. Unter heißen und trockenen Verhältnissen, wenn ihr kein Wasser bekommen könnt, kann Sitali als eine Art Kühlung durchgeführt werden, weil es die kühle, feuchte Luft zu dem psychischen Zentrum bringt, das diesen Durst erzeugt.

Sukadev

54. Indem man die Zunge zwischen die Lippen setzt und den Atem mit einem zischenden Ton in den Mund zieht, so sollte Puraka gemacht werden, und dann Rechaka nur mit den beiden Nasenlöchern (und nicht mit dem Mund). Das wird Sitkari genannt. Durch das Wiederholen dieser Übung wird man zu einem zweiten Gott der Schönheit.

Und zwischendurch kann man auch einen Moment die Luft anhalten. Das wird wie genannt? Sitkari. Es kommt noch dicker.

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2. Kapitel, Vers 55

Deutsche Übersetzung:

(Solch ein Yogi) wird von den weiblichen Yogis verehrt, er ist der Urheber von Manifestation und Auflösung. | (Für ihn) gibt es keinen Hunger, noch Durst, noch Schlaf, nicht einmal Nachlässigkeit.

Sanskrit Text:

  • yoginī-cakra-sammānyaḥ sṛṣṭi-saṁhāra-kārakaḥ |
    na kṣudhā na tṛṣā nidrā naivālasyaṁ prajāyate ||55||
  • योगिनी चक्रसंमान्यः सृष्टिसंहारकारकः ।
    न क्षुधा न तृषा निद्रा नैवालस्यं प्रजायते ॥५५॥
  • yogini chakra sammanyah srishti samhara karakah |
    na kshudha na trisha nidra naivalasyam prajayate ||55||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • yoginī : (der) Yoginis (mächtige, zauberkundige weibliche Yogis)
  • cakra : (im) Kreise (Chakra)
  • sammānyaḥ : (er) steht in Ehren (Sammana)
  • sṛṣṭi : (von) Schöpfung, Aussendung (Srishti)
  • saṁhāra : (und) Auflösung, Zerstörung, Zurückziehung (des Geschaffenen, Samhara)
  • kārakaḥ : (er ist der) Vollführer, Erschaffer (Karaka)
  • na : nicht, weder (Na)
  • kṣudhā : Hunger (Kshudha)
  • na : nicht, noch
  • tṛṣā : Durst (Trisha)
  • nidrā : Schlaf, Schläfrigkeit (Nidra)
  • na : nicht, noch
  • eva : gewiss (Eva)
  • ālasyaṁ : Trägheit, Schlaffheit, Energiemangel (Alasya)
  • prajāyate : entsteht (ihm, pra + jan)          ||55||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Unter der Vielheit von Frauen wird er zum Gegenstand der Bewunderung;

Er (der Autor) teilt hier Bonbons aus, damit die Leute praktizieren. Die wirkliche Bedeutung davon ist: wenn ein Überfluss von Prana von euch ausgeht wird jeder von eurer Persönlichkeit angezogen. Natürlich, wenn es Honig gibt, werden Honigbienen kommen. Hier liegt die Anziehung nicht am Körper, sondern am Prana. Wenn es kein Prana gibt, seid ihr wie eine altbackene Pizza. Wenn ihr Mengen von Prana habt wie eine schöne, frische Rose, werden die Leute angezogen. Dann, wenn ihr älter werdet, infolge exzessiven Geschlechtsverkehrs, Menstruationen, Magenproblemen, Stillen etc. geht viel Prana verloren, und dann möchte euch niemand berühren. Aber wenn ihr Pranayama praktiziert, dann gibt es kein Altern und daher werden die Leute die ganze Zeit von euch angezogen sein.

(fortgesetzt) er kann tun und lassen was er will und fühlt weder Hunger noch Durst noch Schmerz.

Das bedeutet, dass er Essen nehmen wird, wenn es welches gibt. Doch wenn er zu seiner gewohnten Zeit kein Essen bekommen kann, kann er einfach ein paar tiefe Atemzüge machen und den Hungerreiz beenden. Er ist nicht der Sklave jeder einzelnen Gewohnheit.

Sukadev

55. Unter der Vielheit von Frauen wird er zum Gegenstand der Bewunderung; er kann tun und lassen, was er will und fühlt weder Hunger noch Durst.

Wir kommen jetzt zu einigen Teilen der Hatha Yoga Pradipika. Im dritten Kapitel wird es noch etwas massiver, was dann nicht mehr so ganz dem indischen guten Ton entspricht. Die Hatha Yoga Pradipika hat durchaus zwischendurch so ein paar Dinge drin, um Menschen ein bisschen abzustoßen oder aus ihrem normalen, spießbürgerlichen Denken herauszubringen, und hat natürlich auch Dinge, um Menschen ein bisschen zu inspirieren oder zu reizen.

Gut, also, aber was Sitkari bewirkt – es ist eine verjüngende Übung. Es ist eine Übung, die die Mondenergie aktiviert, und eine Übung die auch den Regenerationsprozess fördert. Wenn ihr z.B. irgendwelche Entzündungen habt, ist Sikari sehr gut, wenn ihr Fieber habt, ist Sitkari sehr gut. Überhaupt, bei allen möglichen Krankheiten, die da sind, insbesondere wenn sie irgendwie nervös, unruhig oder mit Hitze verbunden sind oder auch mit Schmerzen verbunden sind. Sitkari wirkt auch schmerzreduzierend, kann man also eine Schmerztherapie einsetzen, bei all den ist Sitkari gut. Sithali ist weniger angeraten, wenn man Übermaß anVata hat oder auch ein Übermaß an Kapha. Ist also mehr zu empfehlen bei allem, was irgendwie mit Pita verbunden ist. Aber man kann das auch nicht hundert Prozent sagen. Sithali wirkt allgemein regenerierend und harmonisierend und eben auch verjüngend, da die Mondenergie die regenerierende Energie im Körper ist. Sithali ist auch so was wie die Notbremse, wenn ihr mal intensiv praktiziert, die Energie in euch sehr stark wirkt, und ihr kommt nicht von selbst runter. Wenn ihr dann in einne Stunde zur Arbeit gehen müsst, dann könnt ihr mit Sithali dafür sorgen, dass die Energie sich wieder harmonisiert und abkühlt.

Also, der 55. Vers ging los: Unter der Vielheit von Frauen wird er zum Gegenstand der Bewunderung. Das wird auch umgekehrt von Frauen für Männer sein. Swami Vishnu, der ja selbst ein Mönch war, sagt noch, dass der Autor ja Bonbons austeilt, damit die Leute praktizieren. Die wirkliche Bedeutung davon ist, wenn ein Überfluss von Prana von Euch ausgeht, wird jeder von eurer Persönlichkeit angezogen. Natürlich, wenn es Honig gibt, werden die Honigbienen kommen. Hier liegt die Anziehung nicht am Körper, sondern am Prana. Wenn es kein Prana gibt, dann seid ihr wie eine altbackene Pizza.

Swami Vishnu hat seine Pizza mit Eiscreme gehabt, wahrscheinlich die international beliebten Gerichte, Pizza und Eiscreme war immer die Versuchung der Yogis. Wenn man also viel Prana hat, dann ist man wie die frische Pizza, die duftet und Menschen anzieht, und wenn man wenig Prana hat, dann ist man wie die altbackene Pizza. Wenn ihr Menge von Prana habt, jetzt gibt er vielleicht ein netteres Beispiel, wie eine schöne frische Rose werden die Menschen angezogen. Wenn man dagegen nur sein Gesicht lackiert und da ist kein Prana dahinter, dann ist man wie eine Plastikrose. Mag äußerlich noch so aussehen, aber gut der Lack mag dran sein, aber wehe, der Lack ist dann ab, dann wird’s schwierig. Und wenn man viel Prana hat, gut dann kann man immer noch künstlerisch, gestalterisch an seinem Gesicht wirken. Das ist noch gar nicht so lang her, bis ich verstanden habe, warum Frauen überhaupt ihr Gesicht immer so, habe ich gesagt, so verunstalten. Natürlich sieht’s doch eigentlich am besten aus, und hat er das irgendjemand erklärt, dass das Kreativität und künstlerisches Gestalten sei, und seitdem kann ich das wertschätzen. Ich habe allerdings eine Frau geheiratet, die sich fast nie irgendwas ins Gesicht schmiert. Gut, aber das wichtigste ist, dass Prana die Lebensenergie, die man dort ausstrahlt, das ist das was, was die Menschen dann anzieht.

– Er kann tun und lassen was er will und fühlt weder Hunger noch Durst noch Schmerz.

Das ist also die nächste Wirkung von Sithali wie auch Sitkari. Das heißt, man reduziert also Hunger und Durst. Kann man vielleicht machen, wenn jemand abnehmen will und unbedingt eine Schlankheitskur machen will. Es wäre übrigens klüger, das grundsätzlich nicht zu machen, sondern regelmäßig zu praktizieren und eine gesunde Ernährungsform zu finden. Wer das wollte, könnte das dann auch mit Sithali verbinden. Das reduziert eine Menge an Hunger, und mir hat auch jemand mal bestätigt, der Bergsteiger ist und große Bergtouren macht, auch ein Fan von Pranayama, der hat gesagt, seitdem er Sithali praktiziert auf seinen Bergtouren, braucht er nur die Hälfte seines Proviantes mitzunehmen. Und das, das wäre schon sehr wichtig. Die Hälfte von Wasser und die Hälfte von Essen, und er würde nicht Durst leiden, durstig werden, würde auch nicht dehydrieren. Irgendwas wird das mit dem Metabolismus des Körpers machen. Natürlich vielleicht wichtiger als diese Wirkung in unseren Breiten ist aber die schmerzreduzierende Wirkung. Das kann man sogar anwenden, wenn man Kreuzschmerzen hat, Knieschmerzen, Zahnschmerzen und so weiter, Migräne, vor allem, Sithali, Sitkari könnt ihr weitergeben hier. Auch die anderen Übungen in gemäßigter Form, nur nicht in der fortgeschritten Form. Manche Leute können nicht so die Zunge rollen, er beschreibt’s auch gleich noch (s. Kapitel 2, Vers 58), aber die Wirkung von Sithali und Sitkari ist sehr ähnlich. Es heißt, dass zwanzig Prozent der Menschen nicht Zungenroller sind, dass ist eine genetisch angeborene Eigenschaft. Anhand dieser Eigenschaft sind die Gesetze der Genetik entdeckt worden. Aber man kann’s lernen, tatsächlich, es scheint sogar trainierbar zu sein. Ja, also die Genetiker gehen davon aus, dass man’s nicht lernen kann. So ist die klassische Pranayama. Übt sie ab zehn Runden, ab zehn Runden, was gar nicht so lange dauert. Man atmet ja nur ein, eventuell kann man kurz die Luft anhalten, aber das Anhalten ist ja nicht mal so notwendig, und atmet dann wieder aus.

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2. Kapitel, Vers 56

Deutsche Übersetzung:

Das Reine des Köpers wird frei von allen Verunreinigungen. | Durch diese Technik wird der Yogi wahrlich wie ein Gott der Himmel auf dem Erdkreis.

Sanskrit Text:

  • bhavet sattvaṁ ca dehasya sarvopadrava-varjitaḥ |
    anena vidhinā satyaṁ yogīndro bhūmi-maṇḍale ||56||
  • भवेत् सत्त्वं च देहस्य सर्वोपद्रववर्जितः ।
    अनेन विधिना सत्यं योगीन्द्रो भूमिमण्डले ॥५६॥
  • bhavet sattvam cha dehasya sarvopadrava varjitah |
    anena vidhina satyam yogindro bhumi mandale ||56||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • bhavet : (es) entsteht (bhū)
  • sattvaṁ : Festigkeit, Stärke (Sattva)
  • ca : und (Cha)
  • dehasya : des Körpers (Deha)
  • sarva : allen (Sarva)
  • upadrava : Übeln, Gebrechen, Widrigkeiten (Upadrava)
  • varjitaḥ : (er wird) frei von (Varjita)
  • anena : mit dieser (Ayam)
  • vidhinā : Methode (Vidhi)
  • satyaṁ : (er wird) wahrlich (Satya)
  • yogi : (unter den) Yogins
  • indraḥ : (ein) Fürst (Indra)
  • bhūmi-maṇḍale : auf dem Erdenkreis (BhumiMandala)        ||56||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Durch diese Praktik gewinnt er Stärke des Körpers und wird Herr der Yogis, wobei er frei bleibt von jeder Art von Schädigung.

Sukadev

56. Durch diese Praktik gewinnt er Stärke des Körpers und wird Herr der Yogis, wobei er frei bleibt von jeder Art von Schädigung.

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2. Kapitel, Vers 57

Deutsche Übersetzung:

Nun Sitali: Den Lebenshauch über die Zunge hineingesaugt, wird der Atem wie zuvor (beschrieben) angehalten. | (Nun) soll der Weise sanft durch beide Nasenlöcher den Lebenshauch (wieder) ausatmen.

Sanskrit Text:

  • atha śītalī-
    jihvayā vāyum ākṛṣya pūrva-vat kumbha-sādhanam |
    śanakair ghrāṇa-randhrābhyāṁ recayet pavanaṁ su-dhīḥ ||57||
  • अथ शीतली
    जिह्वया वायुम् आकृष्य पूर्ववत् कुम्भसाधनम् ।
    शनकैर् घ्राणरन्ध्राभ्यां रेचयेत् पवनं सुधीः ॥५७॥
  • atha shitali
    jihvaya vayum akrishya purva vat kumbha sadhanam |
    shanakair ghrana randhrabhyam rechayet pavanam sudhih ||57||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • śītalī : Shitali
  • jihvayā : über die Zunge (Jihva)
  • vāyum : (den) Atem („Wind“, Vayu)
  • ākṛṣya : einziehend (ā + kṛṣ)
  • pūrva-vat : wie zuvor (in Vers 49 beschrieben, Purva vat)
  • kumbha : (der) Atemverhaltung (Kumbha)
  • sādhanam : (dann folgt die) Praxis (Sadhana)
  • śanakais : langsam, allmählich (Shanakais)
  • ghrāṇa : (der) Nase (Ghrana)
  • randhrābhyāṁ : durch die beiden Löcher (Randhra)
  • recayet : entlasse (“entleere”, ric)
  • pavanaṁ : (den) Atem („Wind“, Pavana)
  • su-dhīḥ : (der) verständige (Yogi, Su Dhi)          ||57||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Während er die Zunge von den Lippen ein kleines Stück vorschiebt, sollte er das Prana einatmen, und nachdem er Kumbhaka durchgeführt hat, sollte er durch die Nasenlöcher ausatmen.

Sukadev

57. Während er die Zunge von den Lippen ein kleines Stück vorschiebt, sollte er das Prana einatmen, und nachdem er Kumbhaka durchgeführt hat, sollte er durch die Nasenlöcher ausatmen.

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2. Kapitel, Vers 58

Deutsche Übersetzung:

Ohne Zweifel geht die Atemübung, die Sitali genannt wird Vergiftungen, | Vergrößerung der Drüsen, wie Milz und so weiter, Krankheiten, Fieber, Neigung zur aufbrausender Natur, Hunger und Durst an.

Sanskrit Text:

  • gulma-plīhādikān rogān jvaraṁ pittaṁ kṣudhāṁ tṛṣām |
    viṣāṇi śītalī nāma kumbhikeyaṁ nihanti hi ||58||
  • गुल्मप्लीहादिकान् रोगान् ज्वरं पित्तं क्षुधां तृषाम् ।
    विषाणि शीतली नाम कुम्भिकेयं निहन्ति हि ॥५८॥
  • gulma plihadikan rogan jvaram pittam kshudham trisham |
    vishani shitali nama kumbhikeyam nihanti hi ||58||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • gulma : (wie) krankhafte Anschwellung im Unterleib, Unterleibsgeschwulst (Gulma)
  • plīhan : Milz(vergrößerung, Plihan)
  • ādikān : und andere, usw., („zum Anfang habend“, Adika)
  • rogān : Krankheiten (Roga)
  • jvaraṁ : Fieber (Jvara)
  • pittaṁ : (ein Übermaß an) Pitta („Galle“)
  • kṣudhāṁ : Hunger (Kshudha)
  • tṛṣām : Durst (Trisha)
  • viṣāṇi : Gifte (Visha)
  • śītalī : Shitali
  • nāma : namens (Nama)
  • kumbhikā : Atemverhaltung (Kumbhika)
  • iyaṁ : diese (Iyam)
  • nihanti : vernichtet („schlägt nieder“, ni + han)
  • hi : gewiss (Hi)        ||58||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Dieses Kumbhaka, Sitali genannt, zerstört Beschwerden des Unterleibes und der Milz und andere Beschwerden, wie auch Fieber, Gallenschwierigkeiten, Hunger, Durst und die üblen Folgen von Giften wie Schlangengift etc.

Sukadev

58. Dieses Kumbhaka, Sithali genannt, zerstört Beschwerden des Unterleibes und der Milz und andere Beschwerden, wie auch Fieber, Gallenschwierigkeiten, Hunger, Durst und die üblen Folgen von Giften wie Schlangengift etc.

Vom ayurvedischen Standpunkt aus ist Sithali eine Übung, um ein Übermaß an Pita zu überwinden. Pita ist Hitze und Ungeduld und was mit Galle zu tun hat. Und wenn hier Gallenschwierigkeiten steht dann heißt das Pita-Schwierigkeiten, Pita steht für Galle. Also was er hier nennt für die, für die andere Übung, gilt für beide Sithali und Sitkari sind beide letztlich austauschbar. Gut, also ich hab immer gelernt bei Swami Vishnu, das Sithali so gemacht wird: Die Zunge wird röhrenförmig längs gerollt und aus dem Mund geschoben, die Luft wird von vorne einsaugt. Sitkari geht so: Die Zungenspitze wird nach oben hin zurückgerrollt, so dass eine querliegende Röhre entsteht, die Luft wird seitlich eingezogen. So steht’s auch in anderen Yogabüchern. Allerdings muss ich auch dazu sagen, die Terminologie ist beim Hatha-Yoga nicht eindeutig. Swatmarama nennt ja auch Padmasana an der einen Stelle so, an der anderen Stelle anders, und es wäre auch nicht ausgeschlossen, dass es dort in der Hatha-Yoga- Tradition verschiedene Weisen, gibt das zu nennen. Für unsere Zwecke spielt’s auch nicht die ganz große Rolle, weil sie ja beide ähnlich wirken.

Von einem feinstofflichen Aspekt her aktiviert Sithali die Mondenergie. Und die Mondenergie ist diese Energie, welche den Körper regeneriert und wieder harmonisiert, welche die Körperzellen wieder regeneriert, und auf diese Mondenergiewirkung sind die anderen Wirkungen zurückzuführen, eben diese verjüngende und man wird zum Jüngling und Gott der Schönheit und so weiter. Das ist die Wirkung von Sithali und Sitkari und dient auch zur Reduzierung eines übertriebenen Appetits, wie auch wenn die erweckte Energie zu feurig ist.

Gut, so seht ihr die Wirkungen von Pranayama auf verschiedensten Ebenen. Sie wirken für die Doshas, und über diese Harmonisierung der Körperenergien auf die Gesundheit. Es gibt noch andere Wirkungsmechanismen, wie die Pranayamas auf die Gesundheit wirken. Pranayama wirkt auch direkt auf das Prana, die Lebensenergie, und hilft, unsere Sushumna zu erwecken, so dass das Prana durch die Sushumna fließen kann und schließlich auch die Kundalini. Damit entsteht eine Klarheit des Geistes, Unmani Avastha, der Zustand jenseits des Geistes, Samadhi.

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2. Kapitel, Vers 59

Deutsche Übersetzung:

Nun Bhastrika: Nachdem die beiden Fußsohlen auf passende Weise auf der Mitte der Oberschenkel platziert sind, | ist der Lotussitz eingenommen. Dieser zerstört alle Sünden.

Sanskrit Text:

  • atha bhastrikā-
    ūrvor upari saṁsthāpya śubhe pāda-tale ubhe |
    padmāsanaṁ bhaved etat sarva-pāpa-praṇāśanam ||59||
  • अथ भस्त्रिका
    ऊर्वोर् उपरि संस्थाप्य शुभे पादतले उभे ।
    पद्मासनं भवेद् एतत् सर्वपापप्रणाशनम् ॥५९॥
  • atha bhastrika
    urvor upari samsthapya shubhe pada tale ubhe |
    padmasanam bhaved etat sarva papa pranashanam ||59||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atha : nun (folgt, Atha)
  • bhastrikā : Bhastrika („Blasebalg“)
  • ūrvor : (die gegenüberliegenden) Oberschenkel (Uru)
  • upari : auf (Upari)
  • saṁsthāpya : man lege („gelegt  habend“, sam + sthā)
  • śubhe : sauberen, reinen („schönen“, Shubha)
  • pāda : (der) Füße (Pada)
  • tale : (nach oben gekehrten) Sohlen (Tala)
  • ubhe : die beiden (Ubha)
  • padma-āsanaṁ : (der) Lotussitz (Padmasana)
  • bhavet : ist („soll sein“, bhū)
  • etad : dies (Etad)
  • sarva : allen (Sarva)
  • pāpa : Übels (Papa)
  • praṇāśanam : (er bewirkt das) Vernichten (Pranashana)          ||59||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Nun wird Bhastrika beschrieben: Bringe die Füße auf die gegenüberliegenden Schenkel. Das wird Padmasana genannt und es zerstreut alle Beschwerden.

Sukadev

59. Nun wird Bhastrika beschrieben: Bringe die Füße auf die gegenüberliegenden Schenkel. Das wird Padmasana, Lotussitz, genannt und es zerstreut alle Beschwerden.

Der volle Padmasana geht so, wenn die Ferse tatsächlich seitlich an den Bauch drückt. es geht auch ohne sich zu verbeugen. Das ist der volle Padmasana. Und ihr kennt Ida und Pingala, links und rechts neben der Wirbelsäule. Ich hatte auch mal Zeiten, wo ich weniger Bauch hatte, da konnte ich meine Ferse genauso in den Bauch reingeben, und hier vorne links und rechts eben zwei Nadis, die Ida und Pingala entsprechen, wenn da die Ferse tatsächlich herankommt, dann harmonisiert das diese beiden Nadis, wenn diese beiden Nadis harmonisiert sind, sind auch Ida und Pingala harmonisiert und damit auch die Doshas.

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2. Kapitel, Vers 60

Deutsche Übersetzung:

Nachdem er ordentlich den Lotussitz gefaltet hat, den Nacken und Bauch aufgerichtet, | soll der Weise, den Mund geschlossen, kraftvoll den Lebenshauch durch die Nase ausatmen.

Sanskrit Text:

  • samyak padmāsanaṁ baddhvā sama-grīvodaraḥ su-dhīḥ |
    mukhaṁ saṁyamya yatnena prāṇaṁ ghrāṇena recayet ||60||
  • सम्यक् पद्मासनं बद्ध्वा समग्रीवोदरः सुधीः ।
    मुखं संयम्य यत्नेन प्राणं घ्राणेन रेचयेत् ॥६०॥
  • samyak padmasanam baddhva sama grivodarah sudhih |
    mukham sanyamya yatnena pranam ghranena rechayet ||60||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • samyak : auf die rechte Weise (Samyak)
  • padma-āsanaṁ : (den) Lotussitz (Padmasana)
  • baddhvā : einnehmend („gebunden habend“, bandh)
  • sama : gerade (ist, Sama)
  • grīvā : (dessen) Hals (Griva)
  • udaraḥ : (und) Bauch (Udara)
  • su-dhīḥ : (der) verständige (Yogi, Su Dhi)
  • mukhaṁ : (den) Mund (Mukha)
  • saṁyamya : verschließend (Samyama)
  • yatnena : eifrig, kraftvoll („mit Anstrengung“, Yatna)
  • prāṇaṁ : (den) Atem, (die) Atemluft (Prana)
  • ghrāṇena : durch die Nase (Ghrana)
  • recayet : entlasse (“entleere” ric, Fortsetzung folgt in Vers 61)     ||60||

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Brahmananda

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Vishnu-devananda

Während er diese Stellung einnimmt, sollte er den Mund schließen und durch die Nasenlöcher ausatmen bis er Druck auf dem Herzen, der Kehle und dem Gehirn fühlt.

Sukadev

60. Während er diese Stellung einnimmt, sollte er den Mund schließen und durch die Nasenlöcher ausatmen, bis er Druck auf dem Herzen, der Kehle und dem Gehirn fühlt.

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