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10. Sanjaya erzählt Dhritarashtra

Sanjaya erzählt DhritarashtraDhritarashtra als blinder alter Mann, Großkönig ohne Regierungsbefugnis und Vater von Duryodhana, blieb zurück in der Hauptstadt. Dhritarashtra hatte seine ganzen Söhne, sein ganzes Heer, die Hauptstadt verlassen sehen. Sein Wunsch war es informiert zu bleiben, was mit diesen auf dem Schlachtfeld passieren würde. Da jeder Mann auf dem Schlachtfeld gebraucht wurde, konnte noch nicht einmal ein Bote hin und her gehen und ihm Informationen bringen. Dhritarashtra beklagte sich bei Vyasa darüber. Vyasa bot ihm an, das dritte Auge zu öffnen, was Dhritarashtra aber ablehnte. Damit hätte er zwar aus der Entfernung sehen können, was auf dem Schlachtfeld passierte. Aber Dhritarashtra sagte: „Ich habe Zeit meines Lebens nichts gesehen. Das erste was ich dann sehen würde, wäre wie meine geliebten Kinder sich mit meinen geliebten Neffen gegenseitig umbringen. Das will ich nicht sehen.“

Nun hatte Dhritarashtra einen Berater namens Sanjaya. Und Vyasa bot Dhritarashtra an, Sanjayas drittes Auge zu öffnen, damit er ihm berichten könnte. Dhritarashtra nahm das Angebot an. So konnte Sanjaya mitverfolgen, was bei dem ganzen Heer so passierte. Dhritarashtra konnte sich aber zunächst nicht überwinden Sanjaya zu fragen. Ihn quälte es sehr im Herzen. Er hatte natürlich auch ein schlechtes Gewissen. Er wusste, dass seine Söhne das Falsche machten. Was sie taten, war falsch und ethisch nicht zu rechtfertigen. Ihm war klar, dass er eigentlich seine Söhne hätte davon abhalten müssen. Er hätte die Möglichkeit dazu gehabt, war aber zu feige gewesen und so war er ein Häufchen Elend mit schlechtem Gewissen und traurigem Herzen mit dem Wissen, dass der Kampf ins Verderben führen würde. Irgendwann kam dann doch mal ein Bote vorbei, der Dhritarashtra die Nachricht überbrachte, dass sein Heeresführer Bhishma im Sterben liegt. Jetzt musste Dhritarashtra fragen. Er wollte wissen, wie es dazu kommen konnte, dass sein mächtiger Heeresführer im Sterben liegt? Und daraufhin erzählte Sanjaya, wie es dazu kam. Die folgenden 18 Kapitel der Erzählung von Sanjaya gelten als „Bhagavad Gita“, als „Gesang Gottes“. Sie bestehen hauptsächlich aus den Worten Krishnas, Manifestation Gottes, unterbrochen von Fragen Arjunas, eingeleitet durch die Frage von Dhritarashtra an Sanjaya und die Worte Sanjayas.

Die Bhagavad Gita ist im so genannten Slokaversmaß geschrieben. Jeweils zwei Halbverse ergeben eine Sloka. Es gibt längere und kürzere Slokas. Im ersten Kapitel z.B. sind alle Slokas kurz, wohingegen im zweiten Kapitel ab Vers 70 ein längerer Vers vorkommt und danach noch mehrere Langverse in der Gita folgen. Speziell im 11.Kapitel treten Langverse gehäuft auf.

So beginnt also das erste Kapitel der Bhagavad Gita.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch von Sukadev Bretz „Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita für Menschen von heute, Band 1

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