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2. Bharata, Kuru und Dhritarashtra

Der Rishi Vyasa erzählt die Geschichte der BharatasIn der Bhagavad Gita selbst beschreibt Vyasa die Geschichte von einem Herrschergeschlecht namens Bharata. Der Ahnherr der Bharatas, Bharata, galt als der erste König, der ganz Indien vereint haben soll. Er galt als ein sehr tugendhafter und großartiger König, der Hingabe an Gott, Tugend und Tapferkeit in sich vereinte. Und weil er so großartig war, wird Indien auch als „Bharata Varsha“ bezeichnet, was übersetzt „das Land Bharatas“, heißt.

Einer seiner Nachfahren war ein Herrscher namens Kuru. Auch er galt als besonders großartig. Seine Nachkommen wurden als „Kauravas“ bezeichnet. Später kam es zu Schwierigkeiten in der Abfolge der Dynastie. Normalerweise wurde der älteste Sohn König. Das Problem war, sehr verkürzt dargestellt, folgendes: Es gab einen älteren Sohn namens Dhritarashtra. Dhritarashtra allerdings war blind geboren. In der Mahabharata heißt es, dass er nicht nur physisch, sondern auch geistig blind geboren war. Er hat öfters weggeschaut und Dinge nicht gesehen. Nun gab es ein Gesetz, das die Erbfolge in einem solchen Fall regeln sollte, und welches auch angewandt wurde. Es besagt, wenn jemand schwer behindert ist, dann müssen die Großen des Landes, die so genannten Würdenträger, schauen, ob derjenige fähig ist, das Land zu regieren oder nicht. Die Großen des Landes müssen ihn dann für regierungsfähig erklären oder einen neuen König wählen.

Zuerst entschieden sie, dass Dhritarashtra nicht fähig sei, das Reich zu regieren. Sie beriefen seinen Bruder Pandu in das Amt des Königs. Pandu war einige Zeit lang ein guter und fähiger König, weshalb seine Nachkommen auch als „Pandavas“ bezeichnet wurden. Er verstarb aber sehr früh. Es stellte sich die Frage, wie es weiter geht. Die Söhne von Pandu waren noch zu jung, um zu regieren. So haben sich die Ältesten entschieden, Dhritarashtra zum König zu krönen. Wenn die Söhne dann älter geworden sind, können sie erneut überlegen, wer als nächstes König wird.

 


Anmerkung:
Die Inder verwandten oft andere Begriffe als die Europäer. Der Ausdruck „Inder“ z.B. ist ein Ausdruck, den die Inder selbst nie gebraucht haben. Auch der Ausdruck „Hindu“ ist einer, den die Inder früher nicht kannten. Das kommt von einem Fluss namens Sindhu. Dieser Fluss Sindhu wurde im griechischen als Indos bezeichnet Als Inder galten dann die Menschen, die um den Fluss Indos und dahinter lebten. Das wäre so ähnlich, wie wenn die Spanier alle Osteuropäer als Rheinländer bezeichnen würden. Alle, die am Rhein und östlich davon wohnen, wären die Rheinländer. Und bei den Griechen waren alle, die um den Sindhu herum und östlich davon gewohnt haben, eben die Inder. Inzwischen nennen sich die Inder auch Inder. Sie haben es irgendwie akzeptiert, dass sie vom Rest der Welt so genannt werden. Es gibt einige Nationalisten, die versuchen den Namen „Bharata Varsha“ beizubehalten und sich nicht als Inder bezeichnen lassen, sondern als „Bharatiyas“. Die Religion ist auch nicht „Hinduismus“, sondern „Sanatana Dharma“.

„Sanatana“ heißt „ewig“ und „Dharma“ heißt „rechtmäßige Ordnung“. Also diejenigen, die der ewigen rechtmäßigen Ordnung folgen und die Gesetze befolgen, sind die Anhänger von Sanatana Dharma. Aber Sanatana Dharma ist nicht so eindeutig definiert wie andere Religionen, z.B. Jainismus, Buddhismus, Christentum oder Islam. Sanatana Dharma wird in Indien oft nicht bewusst verstanden als Gegensatz zu anderen Religionen, sondern als umfassende Gesetzmäßigkeiten hinter allen Religionen, letztlich als „Mutter“ aller Religionen.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch von Sukadev Bretz „Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita für Menschen von heute, Band 1

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