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16. Kapitel: Unterscheidung zwischen der Göttlichkeit

Ethisches Verhalten„atha ṣoḍaśo’dhyāyaḥ. daivāsurasaṃpadvibhāgayogaḥ“ – Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Lichtvollen und dem Unguten. Manchmal auch übersetzt mit dem Yoga der Unterscheidung zwischen dem Göttlichen und dem Dämonischen. Dieses Kapitel ist mit etwas Vorsicht zu genießen. Scheinbar sieht es so aus, als ob Krishna unterscheidet zwischen den Guten und den Schlechten, als ob es so dämonische Kräfte gibt. Das widerspricht der Essenz von dem, was Krishna in den sonstigen Kapiteln beschreibt. Gerade im Kapitel vorher hat er beschrieben, dass letztlich Gott das gesamte manifeste Universum ist, dass Gott das Selbst aller Wesen ist, dass Gott in jedem Wesen ist und das Gott auch sich manifestiert in jedem Wesen. Dennoch jetzt unterscheidet er zwischen dem Göttlichen und dem Dämonischen.

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16-01 Wort-für-Wort Übersetzung

śrī-bhagavān – der Erhabene
uvāca – sprach
abhayam – Furchtlosigkeit
sattva-saṃśuddhiḥ – Reinheit (saṃśuddhi) des Geistes (sattva)
jñāna-yoga-vyavasthitiḥ – Beständigkeit (vyavasthiti) in der Erkenntnis (jñāna) und im Yoga
dānam – Almosengeben
damaḥ – Selbstbeherrschung
ca – und
yajñaḥ – Opfer
ca – und
sva-adhyāyaḥ – Selbststudium (d.h. der heiligen Schriften)
tapaḥ – Askese
ārjavam – Aufrichtigkeit

16-02 Wort-für-Wort Übersetzung

ahiṃsā – Gewaltlosigkeit
satyam – Wahrhaftigkeit
akrodhaḥ – Fehlen von Zorn („Nicht-Zorn“)
tyāgaḥ – Entsagung
śāntiḥ – Friedfertigkeit
apaiśunam – Nicht-Verleumdung
dayā – Mitgefühl
bhūteṣu – in Bezug auf (alle) Wesen
aloluptvam – Begierdelosigkeit
mārdavam – Milde
hrīḥ – Bescheidenheit
acāpalam – Fehlen von Wankelmut

16-02 Kommentar Swami Sivananda

Ahimsa: Nichtverletzen in Gedanke, Wort und Tat. Indem man davon Abstand nimmt, Lebewesen zu verletzen, werden die nach außen gehenden Kräfte von Rajas gezügelt. Ahimsa kann physisch, verbal und geistig sein.
Satyam: Wahrhaftigkeit: Von Dingen so zu sprechen, wie sie sind, ohne unerfreuliche Worte oder Lügen zu äußern. Das schließt Selbstbeherrschung ein, das Fehlen von Eifersucht, Nachsichtigkeit, Geduld, Duldungsfähigkeit und Freundlichkeit.
Akrodhah: Das Fehlen von Zorn, wenn man beleidigt, gerügt oder geschlagen wird, d.h. auch bei schwerster Herausforderung.
Tyagah: Entsagung – wörtlich, aufgeben; das Aufgeben von Vasanas, Ichgedanken und Früchten der Handlung. Mildtätigkeit ist auch Tyagah. Das ist schon in vorherigen Vers gesagt worden.
Shantih: Gelassenheit des Geistes.
Apaisunam: Fehlen von Engstirnigkeit.
Daya: Mitfühlen mit den Verzweifelten. Ein mitfühlender Mensch hat ein weiches Herz. Er lebt nur zum Wohle der Welt. Mitfühlen zeigt Verwirklichung des Einsseins, der Einheit mit anderen Geschöpfen.
Aloluptvam: Fehlen von Habgier. Die Sinne werden nicht berührt oder erregt, wenn sie mit ihren jeweiligen Objekten in Kontakt kommen; die Sinne werden von den Sinnesobjekten weggezogen, so wie die Schildkröte ihre Glieder unter den Panzer einzieht.
Hrih: Ist die Scham, die man empfindet, wenn man gegen die Regeln der Veden oder der Gesellschaft verstößt.
Achapalam: Nicht unnötig zu sprechen, Hände oder Beine zu bewegen; Vermeiden unnötiger Handlungen.

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16-03 Wort-für-Wort Übersetzung

tejaḥ – Kraft
kṣamā – Versöhnlichkeit
dhṛtiḥ – Standhaftigkeit
śaucam – Reinheit
adrohaḥ – Fehlen von Feindseligkeit
na-atimānitā – Fehlen von Stolz
bhavanti – (diese Eigenschaften) gehören
saṃpadam – Geschick
daivīm – zu göttlichem
abhijātasya – einem, der geboren ist
bhārata – oh Nachkomme des Bharata (Arjuna)

16-03 Kommentar Swami Sivananda

Tejas: Stärke, Energie, Strahlen und Glänzen der Haut. Der Suchende, der die Absicht hat, die Rettung zur erlangen, geht am spirituellen Weg kühn voran. Nichts kann ihn in Versuchung führen oder seinen Fortschritt verzögern. Sein ununterbrochenes Fortschreiten zur Verwirklichung des Selbst oder des Absoluten ist Glanz. Er überwindet das nach unten ziehende Tamas.
Kshama: Versöhnlichkeit. Wer diese Tugend besitzt, zeigt keinen Zorn, wenn man ihn beleidigt, beschimpft oder schlägt, auch wenn er stark genug ist, um sich zu rächen. Beleidigung und Verletzung berühren ihn nicht.
Dhriti: Der Weise nimmt alles Unglück in sich auf. Er ist fest, auch in sehr widrigen und schwierigen Situationen: das ist eine besonders sattvige Vritti, ein Geisteszustand, der Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung von Körper und Sinnen beseitigt, wenn diese nach unten sinken. Ein Suchender, der diese göttliche Eigenschaft besitzt, ist niemals entmutigt, auch nicht unter schweren Prüfungen, Schwierigkeiten oder Widrigkeiten. Dhriti ist ein göttliches ›Stärkungsmittel‹ (ein Tonikum), wenn Körper und Sinne in einem niedergeschlagenen Zustand oder in Verzweiflung sind.
Shaucham: Reinheit. Es gibt zwei Arten, nämlich äußerlich und innerlich. Die äußere Reinheit wird erreicht mit Erde und Wasser. Geist und Herz (der Verstand) werden von Maya (Täuschung, Lust, Zorn, Gier, Stolz, Eifersucht, Heuchelei, Zu- und Abneigungen) befreit durch Einhalten des Zölibats, Versöhnlichkeit, Freundlichkeit, Barmherzigkeit, Demut, Edelmut, Liebe, Wohlbehagen, Mitgefühl, usw. – das ist innere Reinheit. Sie ist wichtiger als äußere Reinheit.
Adroha: Freisein von Haß, Freisein vom Wunsch, andere zu verletzen.
Atimanita ist großer Stolz. Ein stolzer Mensch denkt, daß er anderen überlegen ist, und daß andere ihm Ehre erweisen müßten. Naatimanita ist das Gegenteil davon.

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16-04 Wort-für-Wort Übersetzung

dambhaḥ – Heuchelei
darpaḥ – Überheblichkeit
abhimānaḥ – Eigendünkel
ca – und
krodhaḥ – Zorn
pāruṣyam – Grobheit
eva – wahrlich
ca – und
ajñānam – Unwissenheit
ca – und
abhijātasya – (gehören) einem, der geboren ist
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
saṃpadam – Geschick
āsurīm – zu dämonischem

16-04 Kommentar Swami Sivananda

Dambha: Heuchelei. Vorzugeben etwas zu sein, was man nicht ist, vorzugeben religiös und fromm zu sein. Es besteht darin, sich der eigenen Großartigkeit zu rühmen. Religiöse Heuchelei ist die schlimmste Form der Heuchelei. Heuchelei ist eine Mischung aus Hinterlist und Falschheit. Menschen, die mit ihren Verdiensten prahlen, werden nur Nachteile haben.
Darpa: Überheblichkeit. Stolz auf Bildung, Reichtum, hohe Beziehungen, usw. Ein überheblicher Mensch kann das Glück seiner Mitmenschen nicht ertragen. Das Vermögen seines Mitmenschen an Bildung, Glück und Wohlhabenheit macht ihn nur immer zorniger.
Parushyam (in der Rede). Dem Blinden zu sagen, er habe Lotusaugen, dem Häßlichen, er sei schön, einem Menschen niederer Geburt, er sei von hoher Geburt, usw., normalerweise mit einem selbstsüchtigen oder bösen Hintergedanken.
Ajñanam: Unwissenheit, falsche Auffassung von seinen Pflichten. Ein unwissender Mensch ist blind gegenüber dem, was zu tun und was zu unterlassen ist. Die Unterscheidungskraft fehlt. So wie ein Kind alles, was es in die Hände bekommt, in den Mund nimmt, egal ob es rein oder schmutzig ist, ist der Zustand eines unwissenden Menschen, der nicht unterscheiden kann zwischen Wirklichem und Unwirklichem, Gutem und Schlechtem, Tugend und Laster. Er geht den Weg der Zerstörung. Er kennt nicht die Straße, die zu Moksha, Befreiung, führt. Er ertrinkt im Ozean seiner weltlichen Existenz.

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16-05 Wort-für-Wort Übersetzung

daivī – göttliches
saṃpat – Geschick
vimokṣāya – als der Erlösung (förderlich)
nibandhāya – als der Bindung (förderlich)
āsurī – dämonisches
matā – wird betrachtet
mā – nicht
śucaḥ – sorge dich
saṃpadam – Geschick
daivīm – zu göttlichem
abhijātaḥ – geboren
asi – (du) bist
pāṇḍava – oh Sohn des Pāṇḍu (Arjuna)

16-05 Kommentar Sukadev

Wenn man die obige Aufzählung der Daiva– und AsuraSampati hört, wird man leicht demotiviert. Spirituelle Aspiranten sind ja meist eher selbstkritisch und so stellt man vielleicht fest: „Ärger liegt mir eher als Gleichmut in allen Lebenssituationen. Unwissenheit habe ich mehr als ständiges Wissen. Heucheln tue ich ab und zu auch und reine Wahrhaftigkeit gelingt mir auch nicht immer.“

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16-06 Wort-für-Wort Übersetzung

dvau – (es gibt) zwei
bhūta-sargau – Arten (sarga „Natur“) von Lebewesen (bhūta)
loke – Welt
asmin – in dieser
daivaḥ – die göttliche
āsuraḥ – die dämonische
eva – wahrlich
ca – und
daivaḥ – die dämonische (Art)
vistaraśaḥ – ausführlich
proktaḥ – wurde beschrieben
āsuram – über die dämonische (Art)
pārtha – oh Sohn Pṛthās (Arjuna)
me – von mir
śṛṇu – höre

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